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Wer kann sich noch erinnern an die Zeit der Hochblüte im Kleinfeld-Unihockey, als der grosse Dominator Cevi Gossau und sein Rivale, die Hurricanes, die Szene prägten und es rund um das Kleinfeld zu folgender Legendenbildung kam: Eigentlich seien die besten Kleinfeld- Spieler mindestens so gut wie die Stars der Grossfeldszene, was oft verkannt werde und zudem sei es eine Frechheit, dass das Kleinfeld vom Verband zu wenig Unterstützung und Anerkennung erhalte, finanziere es doch Swissunihockey und indirekt auch die Grossklubs.
Nun gut, 10 Jahre später ärgert sich nun ein Teil der Kleinfeld-Szene, dass sich eben gerade diese Grossfeldstars in die Kleinfeld-Unihockeyszene einmischen würden. Quasi als negativer Höhepunkt der samstägliche Cupsieg des SVWE II.  Zwar sind diese ehemaligen Grössen mittlerweile längst vom Spitzensport zurückgetreten, 10 Jahre älter und wohl im Schnitt auch 5 Kilo über dem Wettkampfgewicht, und trotzdem reicht es immer noch aus, relativ locker den Cupsieg zu holen. Das wirft natürlich schon einige Fragezeichen und vor allem Ausrufzeichen auf bei den «Hardcore-Kleinfeld-Liebhabern».
Natürlich ist die Kernfrage mittlerweile eine andere. Es geht nicht mehr darum, ob die Altstars besser sind als die Kleinfeld-Helden, sondern darum, ob sie überhaupt Kleinfeld spielen dürfen, oder was für Voraussetzungen man schaffen müsste, um ihnen eine Teilnahme am Cup zu erlauben.
Lizenztechnisch lässt sich eine Teilnahme nicht verhindern, aber man könnte gewisse reglementarische Hürden schaffen: Ein Schlüssel könnte die Mathematik sein. Corona hat uns ja die «Punkte pro Spiel -Regel» gebracht, da könnte man doch auch eine Formel schaffen für die erlaubte Spielzeit während eines Cup-Spiels. Wie wäre es mit der Multiplikation des Alters mit Übergewicht, dividiert durch die Anzahl-Länderspiele, mal die Wurzel aus bestrittenen Kleinfeldmeisterschaftsspielen, minus der besuchten Trainings. Jeder ehemalige NLA-Spieler hätte dadurch einen klaren Index, der von einem gegnerischen Funktionär überprüft würde. Dieser Funktionär müsste aus der Primarschulzeit im Rechnen mindestens eine 5-6 im Zeugnis vorweisen können.
Dann könnte man analog dem Salary-Cap einen Scoring-Cap einführen. Jeder ehemalige Natispieler dürfte pro Drittel maximal zwei Skorerpunkte erzielen. Erreicht er dies, darf er nicht mehr an einem Tor beteiligt sein. Freikaufen kann er sich nur mit einer Zweiminuten-Strafe, die ihm weitere zwei Skorerpunkte ermöglicht.
Auch Materialtechnisch könnte man noch Vorgaben machen: Kommt ein Spieler direkt aus den Skiferien an ein Spiel, muss er statt mit dem Unihockeystock mit dem Skistock spielen. So hätte Wiler Präsident Reto Luginbühl seinen Penalty also mit einem Skistock statt dem Unihockeyschläger verschiessen müssen.
Wie wäre es mit geografischen Hürden: Wohnt ein Berner Spieler mittlerweile in Zürich und reist nur für die Spiele an, dann zählen seine Tore nur, wenn er im astreinen Zürcher Dialekt «DS`Zürri schint den Z`Sunne» ins Mikrofon trällern kann. Die zwei Tore von Steffen im Final müssten also allenfalls abgezogen werden.
Wie wäre es denn mit einer Datumskorrektur? Man könnte den Cupfinal auf einen Sonntag ansetzen, was die Chance erhöht, dass einige der (Jung-)Väter wegen einer Taufe oder Konfirmation am Finale nicht teilnehmen können.

Kurzum: Es ist an der Zeit, dass Swissunihockey eine Arbeitsgruppe zu diesem Thema einberuft. Der Verband hat lange genug nur zugeschaut!

Achtung: Das BAfS (Bundesamt für Satire) warnt hoch Schwangere, Ironie-Allergiker, Humor-Resistente und Futterneid-Betroffene dringend davor, diesen Artikel zu lesen. Bitte Fragen Sie ihren Arzt oder Apotheker.

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