NLA

Wilers nutzloser Sieg

Wiler-Ersigen gewann zwar sein letztes Gruppenspiel am Europacupturnier im lettischen Valmiera gegen den estnischen Vertreter Augur klar mit 10:4, verpasst aber die Halbfinalqualifikation, weil die Tschechen aus Vitkovice überraschend Storvreta mit 7:6 besiegten.

Die Ausgangslage vor dem letzten Gruppenspiel für den Schweizer Meister war delikat, denn durch die knappe Niederlage gegen Storvreta und das Remis gegen Vitkovice hatte der SVWE das Schicksal aus der eigenen Hand gegeben und musste darauf hoffen, dass die Schweden ihre Partie gegen Vitkovice seriös angehen würden, obwohl schon für die Halbfinals qualifiziert. Diese Hoffnung erhielt früh einen Dämpfer, lagen die Tschechen nach 8 Minuten doch schon mit drei Toren in Führung, gegen einen schwedischen Turnierfavoriten, der wenig bis gar keinen Widerstand leistete. Und auch in der Folge startete Storvreta keine Aufholjagd und liess die Ambitionen des SVWE von Minute zu Minute schwindend. Erst als die tschechischen Aussenseiter im Schlussabschnitt auf 7:3 (51.) erhöhten, erfolgte doch noch eine Reaktion. Innerhalb von 160 Sekunden kamen die Schweden auf 6:7 heran (56). Doch weitere Tore gelangen Storvreta nicht mehr und so stand schon vor Spielbeginn fest, dass Wiler-Ersigen das Halbfinale nicht mehr erreichen konnte. Dies war der Berger-Truppe in fünf Teilnahme erst einmal im Januar 2008 in Helsinki widerfahren, als man nur Sechster wurde.

 

Schwierige Ausgangslage spät gemeistert



„Das war natürlich ein Riesen-Dämpfer, die Stimmung war urplötzlich im Keller“, analysiert Verteidiger Jonas Schneeberger. „Da denkst du sofort ans gestrige Spiel und fragst dich, warum wir dieses nicht gewinnen konnten.“ Und Stürmer Christoph Hofbauer fügte an, „dass ich mich noch nie in einer Situation befand, wo du unmittelbar in der Vorbereitung erfährst, dass das Turnier gelaufen ist.“ Das Einschiessen und die generelle Matchvorbereitung sei dementsprechend die Luft irgendwie draussen gewesen. Vielleicht eine Erklärung, dass die ersten 30 Minuten gegen die bescheidenen Esten dann keine Offenbarung waren. „Es hat halt schon etwas mit dem Fokus, wenn du nicht voll bei der Sache bist, dann wird es auch gegen einen Gegner schwierig, der primär verteidigt,“ so Hofbauer weiter.
Immerhin sorgte der Schweizer Meister in der Folge doch noch für klare Verhältnisse und skorte in regelmässigen Abständen bis zum 10:4-Schlussresultat. Im Spiel um Rang fünf vom Freitag gegen das Gastgeber –Team Inspecta geht es nun darum, das Turnier mit einer ansprechenden Leistung zu beenden und möglichst noch einige Tore zu erzielen, um die aktuellen Probleme in der Offensive weiter zu verdrängen und Selbstvertrauen für die Meisterschaft zu tanken.

 

SK Augur (EST) - SV Wiler-Ersigen 4:10 (2:3, 1:3, 1:4) VOC, Valmiera (LVA) - 106 Zuschauer. SR: Bartosek / Bartosek (CZE) Tore: 9. Krähenbühl (M. Hofbauer) 0:1, 12. Söber (Sjamsi) 1:1, 13. Schneeberger (Zimmermann) 1:2, 16. Zürcher (Zimmermann) 1:3, 20. Aamisepp (Söber) 2:3, 22. Komi (Heinilä) 3:3, 35. Wittwer (Bichsel) 3:4, 40. Fankhauser (Hofbauer M.) 3:5, 40. Quist (Bichsel) 3:6, 45. M. Hofbauer (Penalty) 3:7, 47. M. Hofbauer (Hirschi) 3:8, 49. Komi (Aamisepp) 4:8, 52. (Zürcher) 4:9, 59. Schmocker (Zürcher) 4:10 Strafen: Augur 1x2 Min, Wiler-Ersigen 2x2 Min. SK Augur (EST): Parviainen; Kongo, Kotamäki, Kungla, Sevoldajev, Sjamsi; Aamisepp, Hallismaa, Heinilä, Karhulahti, Komi, Kraam, Kuuse, Salm, Söber. SV Wiler-Ersigen: Haab; Bichsel, Flury, Garnier, Hirschi, Schmocker, Schneeberger; Fankhauser, Hofbauer Chr., Hofbauer M., Krähenbühl, Mutti, Quist, Wittwer, Zimmermann, Zürcher, Meister. Bemerkungen: Wiler-Ersigen ohne Bieber und Mendelin (verletzt).

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