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Savonens Shorthander, Menetreys Paraden, Hofbauers Verabschiedung

Matthias Hofbauer sichtlich gerührt beim Einlauf, während beide Teams Spalier stehen. Und dann geehrt durch SVWE-Präsident Reto Luginbühl.
Matthias Hofbauer sichtlich gerührt beim Einlauf, während beide Teams Spalier stehen. Und dann geehrt durch SVWE-Präsident Reto Luginbühl.
Matthias Hofbauer sichtlich gerührt beim Einlauf, während beide Teams Spalier stehen. Und dann geehrt durch SVWE-Präsident Reto Luginbühl.

Mit einer kämpferischen und solidarischen Leistung ringt das NLA-Team Alligator Malans in einem intensiven und teilweise hochklassigen Spitzenkampf mit 3:1 nieder und setzt sich als einziges verlustpunktfreies Team der Liga an die Tabellenspitze. Das Highlight des Tages war allerdings die Verabschiedung von SVWE-Legende Matthias Hofbauer, der in die «SVWE-Hall-Of-Fame» aufgenommen wurde.

Spalier stehen für die Legende
Wenn zwei der besten Teams der Liga vor Spielbeginn Spalier stehen, die Schiedsrichterinnen eingeschlossen, und dann noch minutenlang ausharren, bevor sie in den ersten Spitzenkampf der Saison starten könnten, ja dann muss besonderes passieren. Und das geschah für wahr. Ein halbes Jahr nach dem abrupten, Corona geschuldeten, Karrierenende, konnte der erfolgreichste und bekannteste Schweizer Unihockeyspieler die verdiente Ehrung für eine glanzvolle Karriere entgegennehmen, die 23 Jahre dauerte und gespickt ist mit nationalen und internationalen Höhepunkten. Es waren bewegende Minuten voller Erinnerungen und auch etwas Wehmut, bebildert durch ein kurzes Video und moderiert von SVWE-Präsident Reto Luginbühl, selbst noch Teamkollege Matthias Hofbauer Ende 90er, Anfang Nuller-Jahre. Die Zeit als der Stern von Matthias Hofbauer aufging und die Dominanz des SVWE in der Unihockeyszene ihre Anfänge nahm. Fortan hängt die Nr. 19 von Mätthu gemeinsam mit sechs weiteren SVWE-Grössen in der Halle und wird nicht mehr vergeben.

Bei so viel Brimborium vor Spielbeginn konnte es nicht verwundern, dass der anschliessende Klassiker der beiden erfolgreichsten Teams des letzten Jahrzehnts nicht so richtig in die Gänge kam. Da beim SVWE mit Bürki und Rentsch zudem zwei Schlüsselspieler ebenso ausfielen wie bei Malans gleich das ganze Ausländertrio, waren beide Equipen zuerst auf defensive Stabilität bedacht. Zwar beklagte der SVWE schon in der Startminute einen Lattenschuss von Louis, doch danach blieben gefährliche Offensivaktionen auf beiden Seiten eher Mangelware. Die Teams verstrickten sich in zahlreiche Zweikämpfe, die intensiv geführt wurden. Der Führungstreffer der Gäste war ein Produkt eines schnell ausgeführten Freistosses, bei dem das Heimteam überrascht wurde. Gestohlen war die Führung für die Malanser indes nicht, sie wirkten im Startdrittel eine Spur gefährlicher als das Heimteam.

Doppelschlag bei Spielmitte
Ab dem Mittelabschnitt konnte sich der SVWE aber steigern, agierte entschlossener und löste die Handbremse nach vorne. Noch zahlte sich dies resultatmässig nicht aus, doch bei Spielmitte sorgte ein Doppelschlag für die Spielwende. Erst glückte der zuletzt schwächelnden Formation um Center Claudio Mutter durch dessen Bruder Nico der Ausgleich und nur Sekunden später schoss Dudovic das Heimteam in Front. Der SVWE blieb in der Folge das aktivere Team und hätte gemessen den Chancen den Vorsprung ausbauen müssen. Doch es blieb lange beim 2.1 und als 11 Minuten vor dem Ende hintereinander Savonen und Affolter vom souveränen Frauen-Refduo auf die Strafbank geschickt wurden, schien der Malanser Ausgleich nur eine Frage der Zeit. Die Bündner agierten in doppelter Überzahl aber eher kompliziert und leisteten sich just bei der Rückkehr Savonens von der Strafbank einen Ballverlust, den Louis zu einem Konter einlud, den Savonen eiskalt zum 3:1 abschloss. Der Shorthander weckte nicht nur das Publikum, sondern auch den Gast. Die Teams lieferten sich nun einen offenen Schlagabtausch. Malans riskierte alles, den Anschluss noch herzustellen. So gab es beidseits sehr gute Chancen, allerdings stand beim SVWE ein makelloser Martin Menetrey im Tor, der extrem viel Sicherheit ausstrahlte und mit Big-Saves die letzten Hoffnungen der Bündner auf eine Aufholjagd zu Nichte machte. So steht der Rekordmeister nach vier Runden als einziges Team ohne Verlustpunkte da und verdiente sich die Leaderposition mit einer kämpferisch stark verbesserten Leistung im Vergleich zum Vortag.


SV Wiler-Ersigen - UHC Alligator Malans 3:1 (0:1, 2:0, 1:0)
Sportanlage Grossmatt, Kirchberg. 425 Zuschauer. SR Wehinger/Zurbuchen.
Tore: 12. C. Camenisch (S. Nett) 0:1. 30. N. Mutter (T. Väänänen) 1:1. 31. M. Dudovic (J. Pylsy) 2:1. 51. K. Savonen (M. Louis, Ausschluss Affolter !) 3:1.
Strafen: 2mal 2 Minuten gegen SV Wiler-Ersigen. keine Strafen.
Bemerkungen: SVWE mit Menetrey im Tor, ohne Bürki, Rentsch, Suter (alle verletzt).

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