NLA

Kraftakt endet in Overtime-Frust

Am Ende brutal aufgelaufen, Dave Wittwer und der SVWE
Am Ende brutal aufgelaufen, Dave Wittwer und der SVWE

„Ich habe dem Team gesagt, dass es stolz auf die Leistung sein kann. Wie wir in dieses Spiel zurückgekommen sind, war eine ausserordentliche Willensanstrengung. Der Finaleinzug wäre ein gerechter Lohn gewesen.“ Wiler-Ersigen-Trainer Heikki Luukkonen war die Enttäuschung nach dem brutalen Halbfinal-Aus in der Verlängerung gegen Tatran Stresovice äusserlich anzusehen, seine Worte mochten so gar nicht zu seiner Körpersprache passen. Doch tatsächlich endete das erste grosse Turnier für den neuen finnischen SVWE-Coach mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Was viele nicht für möglich hielten, wurde möglich gemacht. Trotz neuem Spielsystem, neuem Trainer und neuer Hierarchie im Team konnte die internationale Tauglichkeit innerhalb wenigen Wochen hergestellt werden. Kein Vergleich mehr dieser SVWE zu den letzten Testspielen, oder dem Saisonauftakt bei GC.
Das Team war, vor allem in der vielgescholtenen Defensivarbeit, von Beginn weg bereit und zeigte, dass Abwehrverhalten halt primär Kopfsache ist.
Die knappe Auftaktniederlage gegen das derzeit wohl bestorganisierte und ausbalancierte Team Europas, SSV Helsinki, bekommt im Nachhinein noch grösseren Wert, wenn man den Turnierverlauf betrachtet. Die Offensivleistung konnte schrittweise gesteigert werden, war aber punkto Effizienz nie auf dem bestmöglichen Level für so ein Turnier. Den Finaleinzug verpasst hat der Schweizer Meister aber wohl wegen den berühmten Details. Wer zwei Powerplaychancen in der Startphase eines Halbfinal-Spiels nicht auszunützen vermag, der darf sich am Ende nicht beklagen, wenn er sich die Tore hart erarbeiten muss. Und tatsächlich schien es einmal mehr eines jener Spiele gegen den tschechischen Meister zu geben, wo es nach einem Rückstand, keinen Weg zurück ins Spiel mehr gibt. Dies, weil Tatran Meister der Konter ist und dessen Goalie Kafka oft eine auch bildlich unüberwindbare Hürde darstellt. Und als die Tschechen Mitte des Spiels innerhalb von fünf Minuten von 1:0 auf 4:0 erhöhten, schien deren game-plan aufgegangen zu sein.
Doch mit Jussilas erstem Turniertreffer (endlich konnte der Finne ein Ausrufezeichen setzen), nahm die Partie plötzlich einen völlig unerwarteten Verlauf. Plötzlich hatte der SVWE nicht nur Ballbesitz, sondern auch Zug aufs Tor. Philipp Fankhauser, der beste Wiler Spieler am Turnier, sorgte noch vor der zweiten Pause für den 2:4-Anschlusstreffer und brachte statt der Hoffnung den Glauben zurück. Und nach 42. Minute stand es 4:4, die Partie konnte von Neuem beginnen. Wiler dominierte nun klar, konnte auf einen erneuten Rückstand wieder reagieren, doch Tatran blieb stets brandgefährlich. In der Verlängerung kam dann das brutale Ende: Ein absolutes „Sch..-Tor, vergleichbar mit dem overtime-Eigentor im Cupfinal gegen die Tigers 2009 entschied gegen den SVWE. Die Enttäuschung war verständlicherweise gross, das Lamentieren über den unglücklichen Treffer bringt allerdings wenig, vielmehr sollte sich das Team enttäuscht darüber zeigen, dass man so lange nicht ins Spiel fand. Mit einer Leistung der letzten 25 Minuten hätte man dieses Tatran schlagen können. Champions Cup 


Tatran Prag (CZE) - SV Wiler-Ersigen 6:5 n.V. (1:0, 3:2, 1:3, 1:0)
Zimni-Stadion Mlada Boleslav (CZE) - 962 Zuschauer - SR Rasbrink/Grahn-Gustavsson (SWE).
Tore: 10. Garcar (Ondrusek) 1:0. 31. Ondrusek (Garcar) 2:0. 35. Deutsch (Ondrusek) 3:0. 37. Ondrusek (von der Pahlen) 4:0. 37:43 Jussila 4:1. 40. (39:35) Fankhauser (Hirschi) 4:2. 41. (40:44) Fankhauser (Adrian Zimmermann) 4:3. 42. (41:55) Adrian Zimmermann 4:4. 45. Garcar (Fridrich) 5:4. 49. (48:17) Jussila (M. Hofbauer) 5:5. 62. Marek Vavra (Richter) 6:5.
Strafen: 2mal 2 Minuten gegen Tatran Stresovice Prag, 1mal 2 Minuten gegen Wiler-Ersigen.
Tatran Støešovice Prag: Kafka; Deutsch, Garcar; Podhrasky, Ullmann; Klimes, Liljenbäck; Ondrusek, Fridrich, von der Phalen; Privara, Richter, Vavra Marek; Vávra Tomas, Vrtiska, Hokkanen.
Wiler-Ersigen: Haab; Schmocker, Bichsel; Wittwer, Quist; Hirschi, Bieber; Mendelin, Hofbauer Matthias, Hofbauer Christoph; Berlinger, Jussila, Zimmermann Adrian; Rüegsegger, Oilinki, Fankhauser.
Bemerkungen: 57:44. Time-out Tatran Stresovice Prag.

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