NLA

Geführt, gehofft, geschlagen – aber toll gekämpft

Wiler-Ersigen ist der Auftakt zum Europacupturnier im lettischen Valmiera resultatmässig nicht geglückt, mit der Leistung bei der 4:5-Niederlage gegen den schwedischen Meister und Turnierfavoriten Stovreta darf der sechsfache Schweizer Meister der Fortsetzung des Turniers aber positiv entgegen blicken. Bereits am Mittwoch steht das entscheidende Duell um den Halbfinaleinzug gegen den tschechischen Vertreter Vitkovice an.

Am letzten Wochenende ereignete sich in der höchsten schwedischen Unihockeyliga erstaunliches. Erstmals seit Januar 2010 verlor Stovreta, der Verein aus der Studentenstadt Uppsala wieder ein Spiel in der „regular season“. Der schwedische Meister unterlag im Derby gegen Sirius. Diese Serie, wohlgemerkt in der besten Liga der Welt - veranschaulicht die Stärke der derzeit wohl besten Unihockeyequipe. Aus der Niederlage zu folgern, die Schweden hätten sich bereits auf das Duell vom Dienstag gegen Wiler-Ersigen geschont wäre der Schmeichelei zuviel, ist das Selbstverständnis der Skandinavier doch ein anderes. Schwedische Teams haben international keine Gegner, daran hat der Europacupsieg Wilers 2005 wenig bis gar nichts verändert und der WM-Titel Finnlands 2008 auch nur wenig mehr.

 Und Stovreta zeigte im Spiel gegen den Schweizer Meister, dass es einige Gründe gibt für diese Selbsteinschätzung. Da stehen 10 hochtalentierte Spieler auf dem Welt, athletisch und taktisch auf höchstem Niveau. Und unter dieser Ansammlung von Top-Spielern gibt es noch Akteure mit herausragenden Qualitäten. Was der erste Block von Stovreta unter Führung der finnischen Unihockey-Ikone Mika Kohonen aufs Feld zu zauberen pfegt, ist vom Feinsten. Im Qualifikationsturnier, welches Stovreta im August bestreiten musste, das die Schweden letztes Jahr dem Europacupturnier ferngeblieben waren, sorgte diese Linie für einen 7:0-Vorsprung nach 40 Minuten gegen die Tigers Langnau. Danach hatte der erste Block Feierabend und die Tigers konnten noch Resultatkosmetik betreiben.

Rasches Ende für „gameplan“


Was Wunder, sah der „gameplan“ des SVWE vor, diese erste Linie zu neutralisieren. Der Block um Henrik Quist sollte diese Aufgabe erledigen. Doch da die Schweden nur mit zwei Blöcken agierten, war dieses Vorhaben von Beginn weg nicht mehr umzusetzen. Trainer Berger zeigte aber Courage und liess auch seine dritte Formation laufen, welche ihren Job lange ausgezeichnet machte. Ausgerechnet ein grober Schnitzer von Schneeberger sorgte dann für den 2:3-Rückstand, dem der SVWE lange vergeblich nachlief. Und da auch die zweite taktische Überlegung, mit der Hofbauer-Linie gegen den schwedischen zweiten Block die Differenz zu schaffen, nicht aufging, resultierte am Ende eben eine Niederlage. Vor allem im Startdrittel vergab vom Trio Matthias, Christoph Hofbauer, Krähenbühl jeder eine Gross-Chance. Und just als Christoph Hofbauer im Schlussdrittel doch noch zum 4:4 ausgleichen konnte, erwischte die Quist-Formation postwendend das spielentscheidende Gegentor.


Bieber und Schmocker im Pech


Für den weiteren Turnierverlauf ist die Niederlage nicht weiter schlimm, denn erstens stimmten Laufbereitschaft, Aggressivität und Leidenschaft im Wiler Spiel und zweitens kommen in den nächsten zwei Tagen, die Gegner, welches es für die angestrebte Halbfinalqualifikation zu schlagen gilt: Der tschechische Vizemeister Vitkovice und der estische Meister Augur, welche sich im Direktduell mit 8:3 zugunsten Vitkovices trennten. Schon mehr weh tut, dass mit Bieber (Armverletzung) sowie Schmocker (Misstritt) zwei Verteidiger binnen Minutenfrist ausfielen und das Lazarett beim SVWE vergrössern. Wilers Neuzugang Henrik Quist zeigte sich mit der Vorstellung seines Teams zufrieden, „natürlich stimmt das Resultat nicht, doch für ein Startspiel war es ganz ok. Jetzt müssen wir körperlich noch zulegen, mehr Biss zeigen und dumme Fouls vermeiden, dann werden wir Stovreta nochmals treffen.“



SV Wiler-Ersigen - Storvreta IBK 4:5 (1:0, 1:3, 2:2)
VOC, Valmiera (LVA) - 612 Zuschauer. SR: Järventausta/Myllykangas (FIN)
Tore: 15:01 Bichsel (Zürcher) 1:0, 25:55 Kohonen (Öhman, Ausschluss Zürcher) 1:1, 34:42 Kanebjörk (Holtz) 1:2, 34:51 Wittwer (Schmocker) 2:2, 35:30 Holtz 2:3, 45:01 Svensson (Holtz) 2:4, 52:21 Wittwer (Quist, Ausschluss Kanebjörk) 3:4, 55:22 C. Hofbauer (Krähenbühl) 4:4, 55:43 Öhman (Berggren) 4:5.
Strafen: Wiler-Ersigen 1x2 Min, Stovreta 2x2 Min.
SV Wiler-Ersigen: Streit; Bichsel, Schmocker; Flury, Hirschi; Bieber, Schneeberger; Hofbauer Chr., Hofbauer M., Krähenbühl; Meister, Mutti, Zimmermann; Wittwer, Quist, Zürcher
Storvreta IBK: Klinsten; Bäckström, Berggren, Jacobson, Samuelsson M., Svensson; Holtz, Kanebjörk, Kohonen, Öhman, Stenberg, Winroth .
Bemerkungen: SVWE ohne Fankhauser und Mendlin (beide angeschlagen) sowie im Schlussabschnitt ohne Bieber und Schmocker (beide verletzt)

Back to Top