NLA

Cupfinal: „Fifty-Fifty“-Chance gegen das "Fifty-Fifty"-Team GC Unihockey

Der SVWE (hier Marco Rentsch) war beim Supercup GC eine Nasenlänge voraus. Und im Cupfinal?
Der SVWE (hier Marco Rentsch) war beim Supercup GC eine Nasenlänge voraus. Und im Cupfinal?

Am Samstagabend greift das NLA-Team nach dem zweiten Pokal der Saison. Und wie schon anlässlich des Supercups letzten September heisst der Gegner GC Unihockey. Damals siegte der SVWE gegen den Cupholder knapp mit 3:2, der seinerseits das letzte Direkt-Duell im Januar sozusagen in letzter Sekunde (Siegtreffer zum 7:6  fünf  Sekunden vor dem Ende) für sich entschied. Beide Teams begegnen sich auf Augenhöhe, einen Favoriten gibt es nicht, die Chancen stehen Fifty-Fifty.

Die beiden oben erwähnten Partien zeigen ziemlich genau die unterschiedlichen Spielauffassungen. Während der SVWE darauf bedacht ist, den Ball zu kontrollieren und dadurch den Gegner und das Spiel, versucht GC Unruhe und Chaos in der gegnerischen Zone zu provozieren. Sei dies mit offensiven Verteidigern oder mit starkem Pressing. Diese Spielweise ist gefährlich, manchmal auch für das eigene Spiel.  Geht die Risikobereitschaft nicht auf, dann fühlt sich GC-Natigoalie Pascal Meier wohl öfters als im lieb ist wie Robinson Crusoe.  So lassen sich einerseits die hohen Siege der Zürcher, aber auch einige hohe Niederlagen erklären. Es ist schwierig die Kontrolle zu haben bei dieser taktischen Ausrichtung, die oft einem Fifty-Fifty gleich kommt. Geht es auf, dann kann GC selbst gegen den SVWE rasch hoch führen wie eben letzten Januar in Zuchwil. Aber eben auch rasch Gegentore kassieren wie in selbiger  Partie und einen Vorsprung verspielen. GC steht für Spektakel und Torgarantie.
Thoms Berger strebt mit dem SVWE ein ganz anderes Spiel an. Ein perfektes Spiel ist es für den Erfolgstrainer primär dann, wenn sein Team nicht mehr als vier Gegentore kassiert, zudem den Ball und Gegner kontrolliert, geduldig bleibt und dem Gegner nicht in die Falle in der Mittelzone tappt. Fehlpässe und Spielwendungen in dieser Zone sollen minimiert werden. Das alles ist natürlich weniger spektakulär, doch nicht minder erfolgreich wie die abgelaufene Qualifikation zeigt.

Im Duell der besten Defense  und der gefährlichsten Offensive der Liga können weitere Faktoren entscheidend sein:
Der Goalie: Pascal Meier ist der Natigoalie und somit nominell die Nummer  1 im Land, ist Cupsieger und Meister. Doch SVWE-Goalie Nicolas Wolf hat nun schon in einigen Partien bewiesen, dass er der Mann für die besonderen Momente ist. Zweimal siegte der SVWE im Superfinal mit einem bärenstarken Wolf (zuletzt parierte er im Penaltyschiessen alle Malanser Versuche).  Ebenfalls hexte er sich ins Allstar-Team des Champions Cup 2015, als er das Duo Enström/Galante im Final beinahe zur Verzweiflung trieb.

Die Personaldecke: GC hatte zum Saisonbeginn extremes Verletzungspech, als gleich alle drei Nati-Transfers (Scalvinoni, Reusser, Laely) ausfielen und sich weitere Akteure verletzten. Mittlerweile haben sich die Reihen bei den Zürchern aber wieder gefüllt, gleichzeitig haben sich diese beim SVWE in den vergangenen Wochen gelichtet. Mit Johnsson, Väänänen und Sesulka fehlten gegen Uster gleich alle drei Ausländer und zudem noch Mutter sowie Routinier Krähenbühl. Wer kann im Final auf seine "Schwergewichte" zählen und vor allem sind diese im Vollbesitze ihrer Kräfte?

Die Cupfinal-(Un-)Erfahrung:  GC steht zum dritten Mal in Serie im Cupfinal. Somit wissen alle Zürcher exakt , was auf sie zukommen wird.  Ein nicht zu unterschätzender Vorteil. Beim SVWE  sind 18 Spieler im Aufgebot  Cupfinal-Frischlinge!  Selbst ein Routinier wie Tatu Väänänen stand noch nie im Cupfinal.  Nur Matthias Hofbauer, Wittwer und Meister waren beim Cupsieg 2013 schon dabei.  Was gewichtet höher - die Erfahrung von GC, oder die Vorfreude und der Kick des „Neuen“ für den SVWE?

 

Viele Fragen, die Antworten gibt’s am Samstagabend ab 19.15 Uhr in der ausverkauften Berner Wankdorfhalle.  Für all jene, welche das Team nicht vor Ort (alle SVWE Fans erscheinen in grün-weiss!) unterstützen können: Der Cupfinal wird auf dem Live-Stream des Schweizer Fernsehens  übertragen, zudem gibt’s auch auf Radio32 Live-Einschaltungen.

Back to Top