Championscup

Die ganz spezielle Rückkehr nach Ostrava für den SVWE-Dauerbrenner

Matthias Hofbauer, vor 14 Jahren scheinbar auf dem Höhepunkt seines Könnens, der Dauerbrenner ist auch heute mit bald 39 Jahren noch ein Schlüsselspieler des SVWE.
Matthias Hofbauer, vor 14 Jahren scheinbar auf dem Höhepunkt seines Könnens, der Dauerbrenner ist auch heute mit bald 39 Jahren noch ein Schlüsselspieler des SVWE.

Am kommenden Wochenende findet im tschechischen Ostrava der Champions Cup im Unihockey statt. Die Schweiz vertritt dabei bereits zum 12. Mal der SV Wiler-Ersigen. 14 Jahre danach kehrt der SVWE und mit ihm die Wiler Ikone Matthias Hofbauer wieder nach Ostrava zurück, an die Stätte, wo der Schweizer Rekordmeister im 2006 mit dem vielleicht besten Team aller Zeiten so unglücklich im Halbfinal gegen den nachmaligen Champions Cup-Sieger Warberg ausschied (Matchbericht von damals) und den sensationellen Titelgewinn aus dem 2005 nicht verteidigen konnte, obwohl am Ende sogar die siegreichen Schweden konstatierten: „Wiler-Ersigen war das beste Team.“

 

Hier gibt es das Interview mit der spielenden SVWE-Legende zu seinem wohl letzten internationalen Auftritt und das ausgerechnet in Ostrava.

Matthias Hofbauer, am 10. Januar beginnt die Mission Champions Cup, weisst du die wievielte Teilnahme es ist und welche ist dir am meisten in Erinnerung geblieben?
12 Titel haben wir, 2 habe ich verpasst, es müsste also meine 10. sein? Es gibt ein paar Erlebnisse welche mir geblieben sind. Aber der Sieg bei unserer ersten Teilnahme 2005 überragt natürlich alles.

 

Das Turnier findet in Ostrava statt. Wiler-Ersigen und Ostrava, da war doch mal was?  Erzähle uns davon.
Wir waren das gesamte Turnier über nur 1 Sekunde in Rückstand und es schaute am Schluss trotzdem nur die Bronzemedaille raus. 59:59 haben wir den 6:7-Treffer erhalten, nachdem der Ball von meinem Kopf direkt zu einem Gegenspieler gesprungen ist. Die Enttäuschung war natürlich riesig, vor allem weil wir gegen ein starkes Warberg sehr gut gespielt hatten. Spielerisch war dies wohl unser bestes Turnier überhaupt. Über 10 Jahre danach ist mir dies fast mehr in Erinnerung als das unglückliche Out im Halbfinal.

 

Nun kehrst du nach Ostrava zurück, mit welchem Gefühl?
Ich hoffe wir können an die tolle Leistung von damals anknüpfen. In Tschechien habe ich immer wieder gerne gespielt, daher freue ich mich natürlich riesig darauf. An einem wichtigen internationalen Turnier die Klubfarben zu vertreten, diese Chance kriegen nur die wenigsten Spieler.

 

Wiler stand bislang dreimal in einem Champions Cup Final, ist  noch immer das einzige Schweizer Männerteam dem dies überhaupt  je gelungen ist. Wie beurteilst du die Chancen in diesem Jahr?
Meiner Meinung nach kann alles passieren. Ein Herantasten mit Gruppenphase etc. gibt es nicht, wir müssen von der ersten Sekunde an liefern. Sind wir bereit für das, möchte ich nicht unbedingt gegen uns spielen.

 

Insbesondere Halbfinalgegner und Titelverteidiger Classic scheint anhand der Resultate in der Meisterschaft übermächtig, wie kann man hier die Überraschung schaffen?
Mich faszinieren Teams wie Classic, welchen es gelingt, über Jahre eine Winnermentalität aufzubauen. Die WM-Titel und das Schaulaufen am letzten Champions Cup haben dem Selbstvertrauen sicher auch nicht geschadet. Die Staffmitglieder kenne und schätze ich aus der gemeinsamen Nati-Zeit. Ihre Resultate in der Meisterschaft sind jedoch schwierig einzuschätzen finde ich. Storvreta hat Falun, wir haben GC, in Finnland scheint es momentan keinen Antipoden zu geben für sie.
Ich glaube aber auch nicht, dass uns dies gross interessieren sollte. Wir müssen nichts spezielles machen sondern unsere Defensive als Basis nutzen, wenn wir ein Topspiel abliefern stehen wir am Sonntag im Final, davon bin ich überzeugt. 

 


Die bisherige Saison verlief durchzogen, im Cup bereits ausgeschieden in Meisterschaft auf Kurs, aber mit extrem unterschiedlichen Leistungen. Wie ist da zu erklären?
Die Leistung im Superfinal war enorm gut. Am Supercup und auch bei den beiden Auslandturnieren konnte man überraschenderweise gleich dort anknüpfen. Dass man dem dadurch kreierten Anspruch nicht den ganzen Herbst über gerecht werden kann, liegt eigentlich auf der Hand. Das Problem ist jedoch schon, dass die Leistungen an schlechteren Tagen dann gerade ziemlich dürftig sind. Wir müssen also unseren Mindestlevel verbessern, auch mal mit Cleverness und Einsatzbereitschaft einen 1B- oder 1C-Sieg einfahren und damit zufrieden sein. Abgesehen vom Cup-Out finde ich die Schwankungen (auch im Vergleich zur Vergangenheit) ansonsten ziemlich normal. Es ist ja nicht so, dass man sich zurück lehnt, der Wille sich ständig zu verbessern ist vorhanden. Aber eben, Unihockey ist kein Schaulaufen, und deshalb muss man zwischendurch auch «dreckige» Siege einfahren können. 

 

Du persönlich warst vor Weihnachten in prächtiger Verfassung, zweimal „best player“ und bester Skorer. Im ersten Spiel des Jahres hast du dir sogar das SVWE-Topskorershirt geschnappt. Wird man noch einmal den besten Matthias Hofbauer sehen am Champions Cup?
Es gibt wohl einfachere Sachen als eine Prognose über die eigene Leistung abzugeben. Als Offensivspieler gehört ja gerade bei solchen Turnieren auch das Wettkampfglück dazu. Aber es ist schon so, dass ich mich ausgezeichnet fühle. Nach einem schwierigen Start und einer längeren Pause während der Vorbereitung konnte ich im Herbst gut trainieren und das Spiel macht mir Spass, damit sind die wichtigsten Grundvoraussetzungen gegeben.

 

Du bist ja irgendwie auf einer Abschiedstour, vor einem Jahr die letzte WM in Prag, nun der letzte Champions Cup, wie erlebst du die Situation?
Irgendwie bin ich mit 38 schon seit Jahren auf Abschiedstour :). Ich geniesse es, schon nur die Möglichkeit zu haben nochmal etwas Grosses zu erreichen fühlt sich toll an. Stand heute bin ich glücklich darüber, die Abschiedstour noch etwas in die Länge gezogen zu haben. An der letzten WM hätte ich gerne gegen die Finnen gespielt, nun steht dieses Duell halt in einem anderen Rahmen an.

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