NLA

Die erste Titeljagd in der Saison der vielen Fragezeichen

Sind gefragt als Leaderfiguren, Spieler wie Jan Bürki oder Marco Louis.
Sind gefragt als Leaderfiguren, Spieler wie Jan Bürki oder Marco Louis.

Mit dem "Final Four-Turnier" in der Sallsporthalle zur Ermittlung des Supercup-Siegers 2020 startet für den SVWE die neue Saison, die Saison mit so vielen Fragezeichen. Es geht um den ersten Titel im Unihockeyjahr 2020/21. Nach drei Supercup-Siegen strebt die Berger-Truppe bereits den vierten Triumph in der sechsten Austragung an. Zuerst gilt es heute im Halbfinal (ab 19.15 Uhr) die Hürde Floorball Köniz zu meistern, ein interessanter Vergleich zweier Kantonsrivalen mit massiven Veränderungen in den Kadern.

Ist es nun die Saison nach Corona, oder doch die Saison nach dem Rücktritt von SVWE-Ikone Matthias Hofbauer?  Beim Rekordmeister gibt es viele Fragezeichen, wie auch bei den anderen Klubs, vor allem bezüglich Covid 19. Kann gespielt werden und  diesmal bis zum Ende? Was, wenn Spiele wegen Erkrankungen ausfallen, oder eine zweite Welle kommt? Es drohen Verschiebungen, Partien ohne Zuschauer? 
Wie wirkt sich der Rücktritt von Matthias Hofbauer aus? Über 20 Jahre prägte der beste Unihockeyspieler des Landes seinen Klub, ja eine ganze Sportart. Die Lücke, die er auf und neben dem Feld hinterlässt, ist riesig. In den letzten Jahren ist es gelungen, einen Generationswechsel zu vollziehen, ohne dabei die Führungsrolle im nationalen Unihockey abgeben zu müssen. Gelingt dies nun auch mit dem Rücktritt des letzten und zugleich grössten Gladiators der ersten SVWE-Meisterdynastie?
Fragen über Fragen, die vor der neuen Saison und auch während der Saison den Weg des Rekordmeisters begleiten werden. Schaut man rein auf die sportliche Situation, dann fallen neben Hofbauers Rücktritt auch die Abgänge der zwei Schweden Legionäre Nicola Bischofberger und Deny Känzig ins Gewicht.


Der nachhaltige Weg

Ersetzt wird dieses Trio durch…. eigene Junioren und Rückkehrer Tobias Känzig, der einzige Transfer in dieser Saison. Auf dem Papier ist der Rekordmeister schwächer einzustufen als im Vorjahr. Doch mit der Transferpolitik wird die Vereinsstrategie umgesetzt, die vorsieht den eigenen Nachwuchs nachhaltig zu fördern. Und nach vier Meistertiteln de suite bei der U21 wäre es ja auch einigermassen unverständlich, den eigenen Nachwuchs nicht nachzuziehen.
Qualität ist beim SVWE unbestreitbar weiterhin vorhanden. Da sind die drei finnischen Weltmeister, das ist die slowakische Tormaschine Michal Dudovic, da sind nationale Topspieler wie Bürki, Claudio Mutter, Rentsch oder Louis, die verlässlichen Hollenstein, Alder und Affolter oder dann die Rohdiamanten wie ein Ziehli, Sikora sowie die talentierten U21-Frischlinge. Und nicht zu vergessen, dass talentierte Torhüterduo, das in der Vorsaison mit einer unglaublichen Fangquote einen grossen Anteil hatte, dass der SVWE die mit Abstand beste Defense des Liga stellte.



Nicht ganz Hundert, der geforderte Jahrgang
Der Schüssel für einen erfolgreiche Saison wird auch in diesem Jahr, vielleicht noch mehr als je zu vor, über die defensive Stabilität führen, das SVWE-System funktioniert. Doch, wer übernimmt die Verantwortung in den entscheidenden Spielphasen? Gefordert sind die 99er Jahrgänge. Ein Jan Bürki kann die Lücke von Bischofberger sicherlich füllen, ein Dudovic kann so viele Punkte machen wie ein Deny Känzig und ein Dominik Alder kann vom Potential her eine Linie führen wie eine Matthias Hofbauer. Doch kann das Trio auch hin stehen und den Lead übernehmen, wenn es in die «crunch time» geht? Mit noch mehr Teamwork und Teamgeist kann der Substanzverlust zweifellos wettgemacht werden, doch eine Mannschaft funktioniert nur, wenn auch genug Leader vorhanden sind. Diese müssen aus dem Schatten eines Hofbauers, Bischofberger hervortreten.  Antworten auf all die Fragen liefert hoffentlich die neue Saison, wenn sie lange genug dauert.

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