Championscup

Der vage Goldtraum mündet im Champions-Cup-Silber

Joonas Pylsy wurde zum Turnier-mvp ausgezeichnet.
Joonas Pylsy wurde zum Turnier-mvp ausgezeichnet.

Es hat nicht sollen sein: Das Fanionteam blieb im Champions Cup Finale im letzten Drittel buchstäblich mit leeren Tanks stehen und wurde vom schwedischen Meister Storvreta brutal überrollt. Aus einer 4:3-Führung und einer vagen Gold-Hoffnung wurde so am Ende ein 4:10 und die Erkenntnis, dass für den Sieg sowohl die mentale wie physische Verfassung nicht genügte. Der Vortages-Exploit gegen Titelverteidiger Classic hatte zu viele Energien geraubt. Trotz allem ist die Silbermedaille ein schöner Erfolg für das junge Team, welches während 5 von 6 Dritteln gegen die besten Teams Europas eine formidable Leistung ablieferte und das wohlgemerkt mit einer dritten Linie, die noch komplett im U21-Alter ist. Für diese Spieler, aber auch international noch eher unerfahrene Stammspieler wie Rentsch, Hollenstein, Claudio Mutter,  Affolter, Menetrey oder Louis war das Turnier für ihre Entwicklung sicher Gold wert, wenn auch die Medaille am Ende "nur" silbern glänzte.


Energielevel reichte nur für 40 Minuten

4:10-Klatsche im Final gegen den schwedischen Champion Storvreta. Das Resultat deutet auf eine eindeutige Angelegenheit und ein Schaulaufen des neuen Champions hin. Doch das Ergebnis kam erst im Schlussdrittel zustande, als der schwedische Vertreter seine besten Kräfte konzentrierte, auch davon profitierte, dass er am Vortag im Schongang den Halbfinal gegen Vitkovice runter spulte, währenddessen der SVWE im packenden und hochstehenden Halbfinalduell gegen Classic letztlich zu viel Energie liegen liess, körperlich wie mental. Immerhin raffte sich die Berger-Truppe nach einem Horror-Start ins Final (0:3 nach 9 Minuten) nochmals bewundernswert auf. Initiiert durch den ersten Treffer durch Bischofberger, er war einer den wenigen SVWE-Akteure, der im Final noch eine Schippe drauf legen konnte, kämpfte sich das Team rein ins Spiel und sorgte dafür, dass die Zuschauer lange Zeit einen spannenden Fight zu sehen bekamen. Und als Matthias Hofbauer bei Spielmitte in seinem letzten internationalen Auftritt die Vorlage von Louis zum 4:3-Führungstreffer einnetzte, konnte man sachte von einer kitschigen Unihockey-Story träumen. Doch während der Schweizer Meister nach diesem Kraftakt schon ziemlich am Ende war, begann der schwedische Champion erst richtig loszulegen.



Im Würgegriff

Doch die folgenden Minuten deuteten schon an, was da noch kommen würde. Angeführt von ihren physischen «Monstern» wie Nilsberth, Gustafsson oder Ruud drehte Storvreta zogen die Schweden dem Schweizer Meister einen Stecker nach dem anderen. Noch reichten die Energiereserven, auch dank guten Paraden von Menetrey, mit einer Führung in die letzte Pause zu gehen. Doch danach glich das Bild der Partie einem einseitigen Kampf einer Anaconda, welche ihr Opfer in den Würgegriff  nimmt aus dem es kein Entrinnen mehr gibt. 10 Minuten vor dem Ende hatte Storvreta aus einem 3:4 ein 6:4 gemacht, ohne dass der SVWE nur irgendeine vielversprechende Offensivaktion zustande gebracht hatte. Selbst ein Powerplay konnte nicht als «lebenserhaltende» Massnahme dienen. Ein Abschluss von Dudovic nach wenigen Sekunden und von da an, sah der SVWE den Ball nicht mehr.  So blieb der Berger-Truppe nichts anderes mehr übrig, als mit «Winkelried-Aktionen» das Wunder doch noch möglich zu machen. Die Schweden kannten dabei keine Gnade und bestraften praktisch jeden Ballverlust mit einem weiteren Treffer. Ob am Ende 4:5 oder 4:10, spielte allerdings keine Rolle.

Matchtelegramm

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