Runde 3: Derby-Stängeli fürs Vertrauen
Trotz eines frühen 0:3-Rückstandes feierte der SVWE am Ende einen 11:9-Derbysieg bei den Tigers Langnau. Mit diesem Sieg sorgt der Meister nicht nur dafür, dass in der Liga kein Team mehr ungeschlagen ist, sondern holte sich auch einiges an Vertrauen ins neue Spielsystem. Nach der Auftaktniederlage bei GC siegte man nun zweimal in Serie und machte dabei jedes Mal einen Schritt vorwärts.
Mit breiter Brust traten die Tigers zu diesem Derby an. Wie ausgehungerte Tiger in der Savanne waren sie bislang über ihre Gegnerschaft hergefallen und hatten in drei Spielen 31 Tore geschossen und dabei die Widersacher jeweils schon in der Startphase überrollt. Und auch gegen den SVWE lief es nach Plan. Die Matchuhr hatte gerade die 8. Minute erreicht, da stand es bereits 3:0 für das Heimteam. Folgerichtig nahm Wiler-Trainer Heikki Lukkonen sein Time-Out. Was er seiner Equipe gesagt hat, ist dem Chronisten nicht bekannt, doch fortan sah mein ein anderes Wiler. Vielleicht hatte der Finne sein Team auch nur darauf aufmerksam gemacht, dass es auch im neuen System nicht vorgesehen ist, dass man die Gegner so frei zum Schuss kommen lässt wie beim 1:0 und 2:0, als man viel zu ballorientiert agierte. Nur das 3:0 war einer jener Konter, welche das Risiko des Pressings beinhaltet.
Doch zurück zur Tiger-Beute-Safari. Die Raubkatzen mussten erfahren, dass Wiler-Ersigen der Gigant der Liga, so etwas wie der Elefant der Tierwelt ist und diesen verspeist man halt nicht mit drei Bissen. Es kam das erste Powerplay und der erste SVWE-Treffer durch C. Hofbauer (12.), die Strafe provoziert durch einen der angestrebten Konter. Es folgte noch vor Drittelsende das 3:2, das erste Tor für Nicolas Berlinger für Grün-Weiss, nach einem der angestrebten Ballgewinne in der Offensivzone. Und nach 22 Minuten konnte die Partie wieder neu beginnen, als Adrian Zimmermann sein erstes von drei Toren erzielte, erneut nach einem Ballgewinn in der Mittelzone.
Das Spiel glich nun einem offenen Schlagabtausch und die Tore fielen beinahe wie reife Früchte. Die beiden Goalies, auf Tigers-Seit Natikeeper Philippe Gerber und beim SVWE der sein SML-Debut gebende Nachwuchsgoalie Samuel Zimmermann wehrten sich zwar nach Kräften, doch die Kadenz der Abschlüsse war so hoch, dass Tore einfach fallen mussten.Ein defensives Gewissen fehlte beiden Teams. Ein Spektakel für die über 800 Fans. Im TV gab es erst die Dauer-Werbesendung, dann führte der findige TV-Moderator Stefan Raab die Dauer-Fernsehsendung mit TV-Total ein, nun haben sich die SML-Trainer wohl entschieden den Dauer- Tor-Wahnsinn in der Unihockeymeisterschaft einzuführen. Beim Meister lässt beispielsweise dieser Vergleich aufhorchen. Nach drei Spielen hat der SVWE bereits 23 Gegentore kassiert. Diese Marke erreichte er im Vorjahr erst nach sieben Runden, exakt beim blutleeren Auftritt in Biglen, der in einer 2:5-Niederlage mündete. Da war die gestrige Aufführung zwar nichts für schwache Nerven, aber machte Lust auf mehr. Insbesondere die Linie um Jussila mit den je dreifachen Torschützen Zimmermann und Berlinger deutete an, dass sie zu einem Schreckgespenst für die Liga werden könnte. Jedenfalls sorgte sie in der zweiten Spielhälfte für die Differenz. Dazu verwertete der Meister beide Powerplays, wobei Christioph Hofbauer zweimal eiskalt agierte. Der SVWE war gesamthaft gesehen etwas besser, der Sieg somit verdient und er kann nun bereits am Samstag bei Vizemeister Alligator Malans versuchen, den nächsten Schritt zu machen. Mit einem positiven Gefühl an den Champions Cup - dürfte die Devise lauten.
Tigers Langnau - SV Wiler-Ersigen 9:11 (3:2, 3:4, 3:5)
Espace-Arena, Biglen. 820 Zuschauer. SR Baumgartner/Kläsi.
Tore: 4. Trüssel (Krähenbühl) 1:0. 8. Stefan Siegenthaler (Rybka) 2:0. 9. Zalesny (Markus Gerber) 3:0. 12. Christoph Hofbauer (Jussila, Ausschluss Stucki) 3:1. 17. Berlinger (Jussila) 3:2. 22. Adrian Zimmermann (Jussila) 3:3. 24. Stucki (Zalesny) 4:3. 26. Schmocker (Christoph Hofbauer) 4:4. 26. Krähenbühl (Mühlethaler) 5:4. 37. Berlinger (Wittwer) 5:5. 40. Christoph Hofbauer (Jussila, Ausschluss Stucki) 5:6. 40. Markus Gerber (Zalesny) 6:6. 43. Kropf (Rybka) 7:6. 45. Adrian Zimmermann (Jussila) 7:7. 54. Adrian Zimmermann (Berlinger) 7:8. 55. Matthias Hofbauer (Mendelin) 7:9. 56. Trüssel (Krähenbühl) 8:9. 57. Christoph Hofbauer (Mendelin) 8:10. 59. Mühlethaler (Krähenbühl, Ausschluss Quist, Tigers ohne Torhüter) 9:10. 60. (59:30) Berlinger 9:11 (ins leere Tor).
Strafen: 2mal 2 Minuten gegen Tigers Langnau. 2mal 2 Minuten gegen SV Wiler-Ersigen.
Unihockey Tigers: Gerber; Suter, Gerber M.; Trüssel, Dysli; Siegenthaler S., Rindlisbacher; Zalesny, Stucki, Kropf; Krähenbühl, Hirschi, Mühlethaler; Gerber M.O., Rybka, Gerber.
SV Wiler-Ersigen: S. Zimmermann; Bichsel, Schmocker; Wittwer, Quist; Nussbächer, Bieber; Oilinki, Hofbauer Matthias, Hofbauer Christoph; Berlinger, Jussila, A. Zimmermann; Fankhauser, Meister, Steffen; Mendelin.
Bemerkungen: SML-Debut für Goalie Samuel Zimmermann beim SVWE. 08:03 Time Out SV Wiler-Ersigen 57:33 Time Out Unihockeytigers Langnau.
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