NLA

Umbruch auf Kurs - auch dank "Meisterlichem" Support für Talente

Grosser Moment für Lukas Meister, er trägt die Captain-Binde im Spiel gegen WaSa.
Grosser Moment für Lukas Meister, er trägt die Captain-Binde im Spiel gegen WaSa.

Nach 10  Runden steht der SVWE an der Tabellenspitze, wieder einmal. „Business as usual“ könnte man meinen, so nimmt man es auch in der Aussen-Betrachtung in der (Unihockey-)Schweiz wahr. Vom Serienmeister werden neun Siege in zehn Spielen erwartet. Dabei, und das wollen wir an dieser Stelle wieder einmal in Erinnerung rufen: Adrian Zimmermann trainiert aktuell die U18, Patrick Mendelin schiesst seine Tore nur noch für Basel, Philipp Fankhauser im Kleinfeld beim SVWE II, Topskorer Ville Lastikka ist nach Finnland zurückgekehrt, Daniel Sebek blüht gerade in Schweden neu auf, dort spielt auch Oli Hirschi und Kevin Steffen gar nicht mehr.
Der Aderlass beim SVWE auf diese Saison hin war riesig,  grösstenteils gewollt. Der Generationen-Wechsel ist in vollem Gang. Dass nun – wie zuletzt in Chur mit fünf Toren – die Hollenstein (20), Affolter (20), Laubscher (19), Bürki (18) und Co. für die Musik sorgen, ist alles andere als eine Selbstverständlichkeit,  sondern es ist der Lohn für das schon Geleistete und deutet dezent an, was da vielleicht am Entstehen ist.

Kohonen – "SVWE ist eine Dynastie"
Unihockey-Legende Mika Kohonen hat im Gespräch anlässlich der EFT in Kirchberg respektvoll und anerkennend von der Dynastie Wiler-Ersigen gesprochen. Sinngemäss drückte er sich so aus: Meistermannschaften gebe es immer wieder, bei Wiler-Ersigen können man aber von ein Dynastie sprechen. Es sei eine bemerkenswerte Leistung, wie es der SVWE schaffte, sich über mehr als zehn Jahres an der (inter-)nationalen Spitze zu halten. Sollte nun auch noch der Umbruch glücken und die Dynastie fortgesetzt werden, dann sei dies eine phänomenale Leistung, an der seines Wissens noch alle skandinavischen Topteams gescheitert seien. Das Kompliment des Altmeisters und Rekordtorschützen in der schwedischen Liga ist so etwas wie ein Ritterschlag für die Arbeit beim SVWE.



Meister – "die Mentalität muss stimmen"
Eine Garantie, dass der Umbruch auch wirklich glücken wird, gibt es aber nicht, und der gelungene Saisonstart ist nur ein kleiner Schritt auf einem langen Weg. Die entscheidenden Spiele der Saison stehen noch an. Beispielsweise am Sonntag im Cup-Viertelfinal gegen Köniz, oder dann in den Playoffs im Frühling. Erst dann wird sich zeigen, wie stabil das neue SVWE-Konstrukt schon ist.
Mittendrin im gesamten Prozess steht Lukas Meister. Der 27jährige  "Ur-SVWE-Spieler" ist quasi das Bindeglied zwischen den Routiniers wie M. Hofbauer, Tatu Väänänen oder Dave Wittwer. Meister orchestriert denn auch seit Saisonbeginn die dritte Linie, welche neben ihm zumeist aus Spielern zusammengesetzt ist, die noch im Juniorenalter stehen, so wie eben letztes Weekend in Chur. „Ich habe mir zu Beginn der Saison zwei Ziele gesetzt. Einerseits die Jungen weiter zu bringen und andererseits wollte ich meine Abschlussqualität verbessern.“  Beides sei ihm nicht schlecht gelungen, glaubt Meister.  Schon im ersten Saisonspiel traf der flinke Verteidiger als erster SVWE-Spieler überhaupt, in Chur machte er zuletzt das „Stängeli“ voll. Dazwischen lagen aber zahlreiche Spiele, wo Meister das Tor zwar traf, aber der Ball nicht im, sondern am Gehäuse landete. Alleine am Champions Cup verzeichnete er drei Stangentreffer, in der Meisterschaft kamen weitere dazu.  „Sicher war ich nicht vom Glück begünstigt, aber die Qualität der Abschlüsse habe ich klar verbessern können." Wichtiger sei ihm aber sowieso die zweite Aufgabe. „Es macht Spass mit den jungen Spielern auf dem Feld zu stehen, da läuft meistens was.“  Unihockeytechnisch seien sowieso alle super, jetzt gelte es an deren Einstellung zu arbeiten. „Die Talente müssen lernen, dass es nicht reicht, nur phasenweise alles zu geben. Es muss immer das Ziel sein, in jedem Training, in jedem Match, ja in jedem Einsatz das bestmögliche abzurufen, auch wenn das noch so floskelhaft tönen mag.“

 

Das Winner-Gen einimpfen
Dies sei das einzige Rezept, um auf Dauer erfolgreich zu sein. „Erfolge im Sport holt man nicht mit Rosinen-Pickerei.“ Dieses Selbstverständnis  immer und überall gewinnen zu wollen und alles dafür zu tun, das „Winner-Gen“ eben, müsse diesen Talenten eingeimpft werden. „Glückt es dem Staff und den Spielern der älteren Generation dies zu vermitteln und spielt die Mehrheit der Jungen auch mittelfristig beim SVWE, dann präsentiert sich die Zukunft des Vereins prächtig“, ist Meister überzeugt. Denn die Zahl und das Potential der Talente, die jetzt schon NLA spielten, oder für die Titelgewinne der letzten zwei Jahre im Juniorenbereich gesorgt hätten, sei enorm.

Nati nicht abgeschrieben – Captain als besondere Ehre
Obwohl sich Meister also um die jüngeren Mitspieler kümmert, versucht er dennoch seine eigene Leistung auch zu bringen, was nicht immer leicht sei, „gegen Uster habe ich mich wohl zu sehr mit den Mitspielern beschäftigt und habe dann plötzlich  schlecht zu spielen begonnen.“  Zudem habe er schon den Anspruch, wenn auf zwei Linien reduziert werde, zu den Spielern zu gehören, welche auf dem Feld stünden. Das Kapitel Nati hat er noch nicht abgeschlossen, „aber bei den aktuellen Trainer scheine ich nicht hoch im Kurs zu stehen." Das beschäftige ihn aber nicht gross, "weil ich es eh nicht beeinflussen kann. Ich versuche einfach meine beste Leistung abzuliefern. Umso besser, wenn es in der Nati genug andere Spieler hat, die noch besser sind als ich."„
Eine spezielle Ehre war für Lukas Meister das Heimspiel gegen WaSa, als er aufgrund der Absenzen von Väänänen und M. Hofbauer erstmals die Captain-Binde trug. „Das hat mir sehr viel bedeutet, schliesslich ist der SVWE mein Klub und es ist nicht irgendein Verein, sondern der Klub, welcher das Männer-Unihockey nun schon über ein Jahrzehnt prägt.“

Back to Top