Pflicht erfüllt, viel mehr aber nicht
Mit dem deutlichen Sieg hat der Schweizer Meister den Anschluss an das Spitzenduo Tigers/Köniz halten können. Nach anfänglich immer wieder kehrenden schwachen Phasen, kristallisierte sich der Sieg allerdings erst nach Spielmitte heraus.
Pascal Mülchi /Mittellandzeitung
Es war Roger Gerber, der das wegweisende 6:4 in der 35. Minute erzielen konnte, das bei Wiler-Ersigen sichtlich Sicherheit ins Spiel zurückbrachte. Fortan nämlich liess die Berger-Truppe die Gegner deutlich mehr ins Leere und den Ball in den eigenen Reihen laufen. „Ganz klar, nach Spielmitte lief es uns immer wie besser“, unterstrich auch der zweifache Torschütze Tobias Zeller. Doch zuvor wollten Unkonzentriertheiten und schwache Phasen einfach nicht abreissen.
Zweimal konnten die Bündner einen Doppelschlag realisieren. Beim ersten Mal brauchten sie nur gerade sechs (!) Sekunden (7.), führten dann 1:2, beim zweiten Mal dann 72 Sekunden, womit sie nach zwischenzeitlichem 5:2-Rückstand wieder bis auf ein Tor verkürzen konnten (26.). In diesen Szenen zeigte sich offenkundig, dass Wiler-Ersigen derzeit nicht immer hoch konzentriert bei der Sache ist und sich damit selbst in Schwierigkeiten bringt. „Das ist definitiv ein wenig dumm gelaufen“, unterstrich auch Zeller nach dem Match. Allerdings griff Torhüter Haab, der anstelle von Streit im Kasten stand, auch zweimal bei Weitschüssen daneben und stellte für einmal nicht immer den erwarteten Rückhalt dar.
Durch Krähenbühls siebten (49.) und Mendelins achten (52.) und neunten (57.) Treffer, ersterer im Powerplay, wurde die sich breit machende, grössere Sicherheit dann auch in Tore umgemünzt. „Im letzten Drittel hätten wir allerdings noch mehr Tore erzielen können. Und die fünf Gegentreffer sind eigentlich auch zu viel“, analysierte der 25-Jährige Center weiter.
Mentale Herausforderung
Trotz den teils offenbarten Anfälligkeiten, feierte der Schweizer Meister nach der ersten Saisonniederlage gegen die Tigers (4:8) eine gelungene Reaktion mit einem am Ende verdienten und in der Höhe angemessenen Sieg. „Es war wichtig, das wir dominanter auftreten sind und uns vor allem eine Reaktion geglückt ist“, hebte auch Zeller die Quintessenz des Matches hervor.
Den Eindruck, dass nach dem Exploit am Europacup die Meisterschaft zu einer Art Pflichtübung geworden ist, teilt auch Zeller – wenn auch mit Vorbehalt. Dies würde aber eher auf Spieler zutreffen, welche auch in der Nationalmannschaft spielen und daher ein noch dichteres Programm hätten. „Ich dagegen bin immer motiviert, da ich nicht immer spiele“, so Zeller. Die Herausforderung sich auch in gewöhnlichen Spielen zu pushen sei derzeit sicher etwas vom schwierigsten. Chur Unihockey seinerseits hat es verpasst auch im zwölften Anlauf seit der Fusion 2004 gegen Wiler-Ersigen zu punkten.
SV Wiler-Ersigen – Chur Unihockey 9:5 (4:2, 2:2, 3:1)
Grossmatt, Kirchberg. – 635 Zuschauer. – SR: Erhard/Renz. – Tore: 3. Thorsell (Krähenbühl) 1:0. 7. (6.17) Studer (Cadisch) 1:1. 7. (6.23) Von Gunten (Larsen) 1:2. 11. (10.10) Zimmermann 2:2. 12. (11.22) Zeller (Bieber) 3:2. 20. (19.05) Krähenbühl (Mendelin) 4:2. 24. Zeller (Zürcher) 5:2. 26. (25.33) Binggeli (Studer) 5:3. 26. (25.49) Jacobsen (Putzi) 5:4. 35. Gerber (Bichsel) 6:4. 49. Krähenbühl 7:4. 52. Mendelin (Zürcher/Ausschluss Beyeler) 8:4. 57. Mendelin (Krähenbühl) 9:4. 60. (59.48) Kunz (Beyeler) 9:5. – Strafen: je 1 mal 2 Minuten.
Wiler-Ersigen: Haab; Bichsel, Thorsell; Wallgren, Jungo; Bieber, Gysin; Mendelin, Gerber, Krähenbühl; Wittwer, Balmer, Zimmermann; Zürcher, Zeller, Mutti; Vänttinen.
Chur: Kellenberger; Beyeler, Schneider; von Gunten, Larsen; Binggeli, Cadisch, Studer; Adank, Jacobsen, Putzi; Cavelti, Kunz.
Bemerkungen: Wiler-Ersigen komplett. Streit, Eggs und Sladky (Ersatz).
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