Furioser Start - starker Schluss, ungefährdeter 7:3-Sieg
Wiler-Ersigen kam gegen Schlusslicht Uster nicht recht auf Touren. Dennoch reichte es für die Berger-Truppe zu einem nie gefährdeten 7:3-Erfolg, dank einem Startfurioso und einem starken letzten Drittel.
michael lüthi, uster
Für Wiler-Ersigen war es im neunten Saisonspiel der siebte Sieg. Aber gegen Schlusslicht Uster, das gegen die Berner die achte Niederlage in Serie einstecken musste, wusste der Meister lange Zeit nicht zu überzeugen. Nach dem Sieg im Cup-Viertelfinal am Samstag gegen Lok Reinach (6:4) war es der zweite Erfolg innert weniger als 24 Stunden. Die Berger-Truppe beging zu viele Fehler, hielt den Underdog selber im Spiel. Trainer Thomas Berger schüttelte mehr als einmal den Kopf und musste den einen oder anderen Kraftausdruck gebrauchen. Uster dagegen spielte beherzt, gab sich Mühe. Mehr lag für die Zürcher, die ersatzgeschwächt antreten mussten, aber nicht drin. David vermochte Goliath kein Bein zu stellen. Uster bleibt damit weiterhin das Sorgenkind der Liga. Neun Spiele, drei Punkte, dies die ernüchternde Bilanz der Zürcher.
Vor allem in den ersten beiden Abschnitten enttäuschte der Meister und Europacup-Zweite. Auf den Spektakel-Start - Wallgren und Vänttinen brachten Wiler-Ersigen nach 109 Sekunden bereits 2:0 in Front - folgte die grosse Ernüchterung. Die Berner glänzten in erster Linie mit Fehlzuspielen und technischen Mängeln. Dennoch gelang Wittwer, nach einem Freistoss, in der 15. Minute das 3:0.
«Jedes Spiel ist sehr wichtig»
Man merkte es Wiler an. Die Partie in Uster war nicht mehr als eine Pflichtübung. Nach den Strapazen mit Europacup, Länderspielen, Cup und Meisterschafts-Partien ist es natürlich schwierig gegen das Schlusslicht die nötige Motivation zu finden. Aber die Berner bissen sich durch, rackerten und schaukelten das Ding schliesslich sicher nach Hause. Nach Thorsells 4:1 in der 39. Minute hatte man das Gefühl, dass der Bann nun brechen könnte. Aber nur gerade 38 Sekunden später verkürzte Hürlimann auf 2:4.
Erst im Schlussdrittel vermochte sich der übermächtige Gegner seines tapfer kämpfenden Kontrahenten zu «entledigen». Vänttinen (44.), Mutti (47.) und Thorsell (54.) machten die Tore. Ein kleiner Zwischenspurt genügte schliesslich zum 7:3-Erfolg. Trotz der durchzogenen Leistung hat Wiler-Ersigen Charakter gezeigt. Gegen ein Uster genügt halt auch ein Auftritt mit angezogener Handbremse. Der Meister hat die Pflicht ohne Kür erfüllt.
«Wir haben heute zu viele kleine technische Fehler gemacht. Dann können wir natürlich unser schnelles Spiel nicht aufziehen», analysierte Wiler-Captain Olle Thorsell, der zwei Treffer zum Sieg beisteuerte. Von fehlender Motivation gegen einen Gegner wie Uster wollte der Schwede nichts wissen. «Wir haben ein hohes Ziel in diesem Jahr. Deshalb ist jedes Spiel sehr wichtig. Da kann man sich nichts leisten.» Die grosse Belastung der letzten Wochen sieht Thorsell nur als mentales Problem. «Physisch merke ich nichts von den Strapazen. Man muss jedes Spiel noch intensiver vorbereiten, damit dann die Einstellung im Kopf stimmt», sagte der Abwehrchef.
Uster - Wiler-Ersigen 3:7 (0:3, 2:1, 1:3)
Sporthalle Buchholz. - 408 Zuschauer. - SR Erhard/Renz. - Tore: 2. (1:10) Wallgren (Balmer) 0:1. 2. (1:49) Vänttinen (Mendelin) 0:2. 16. Wittwer (Bieber) 0:3. 23. Klotz (Maag) 1:3. 39. Thorsell (Zürcher/Ausschluss Kriehenbühl) 1:4. 40. (39:09) Hürlimann (Künzli) 2:4. 44. Vänttinen (Mendelin) 2:5. 47. Mutti (Zürcher) 2:6. 54. Thorsell (Bichsel) 2:7. 60. (59:24) Bohli 3:7. - Strafen: je 1-mal 2 Minuten.
Uster: Bisso; Kriehenbühl, Künzli; Schlüssel, Widler; Hänggi, Maag; Jaggi, Troxler, Hürlimann; Werner, Silvola, Züger; Klotz, Bohli, Vizzini.
Wiler-Ersigen: Haab; Bichsel, Thorsell; Wallgren, Jungo; Eggs, Bieber; Gysin; Mendelin, Gerber, Vänttinen; Krähenbühl, Balmer, Zimmermann; Zürcher, Zeller, Wittwer; Mutti.
Bemerkungen: 12. Jungo scheidet verletzt aus. 20. Bieber und 40. Krähenbühl krankheitsbedingt ausgewechselt. 38. Pfosteschuss Mendelin, 45. Pfostenschuss Vänttinen.
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