NLA

Countdown: Lastikkas nächster Big-Final

Der Finne Ville Lastikka schlug beim SVWE voll ein, so wie vieler seiner Abschlüsse im gegnerischen Netz. (Foto: HUM)
Der Finne Ville Lastikka schlug beim SVWE voll ein, so wie vieler seiner Abschlüsse im gegnerischen Netz. (Foto: HUM)
Der Finne Ville Lastikka schlug beim SVWE voll ein, so wie vieler seiner Abschlüsse im gegnerischen Netz. (Foto: HUM)

In vier Tagen feiert er seinen 21. Geburtstag, der junge Finne Ville Lastikka, der in einer Woche nach dem U19-WM-Final 2015 bereits sein zweites grosses Endspiel in seiner noch jungen Unihockey-Karriere bestreiten wird. Nur einer kann da in der Unihockeyszene mithalten, sein gleichaltriger Teamkollege Deny Känzig, der bereits seinen zweiten Superfinal (!) bestreitet, dazu im besagten U19-WM-Final auf der Gegenseite agierte und auch schon im mit 2:3 denkbar knapp verlorenen Championscup-Final 2016 gegen Falun dabei war. Bereits vier grosse Finals in so jungem Alter, für Lastikka keine Überraschung: „Deny ist ein phantastischer Spieler, sein Torinstinkt und sein Speed sind einzigartig, er hat eine grosse Zukunft vor sich. Und auch Claudio Mutter hat die gleichen Anlagen, sie haben unglaubliches Potential.“ Lastikka  verteilt Komplimente, die man ihm abnimmt, denn der Finne ist weder ein Vielsprecher noch macht er auf Effekthascherei, vielmehr verkörpert er den typischen Finnen - besonnen, ruhig, aber sehr fokussiert.

Vier Tore und 1 Assist hat er im U19-WM-Final zum 13:3 gegen die Schweiz (mit Deny Känzig und Claudio Mutter) beigesteuert und Finnland so fast im Alleingang zum Weltmeistertitel geschossen. Er hat dabei das gemacht, was ihm im Blut zu liegen scheint: Das Toreschiessen. Wie viele Tore man denn in seinem zweiten grossen Endspiel, dem Superfinal, erwarten könne? „Mindestens einen Hattrick“, sagt er, mit einem Grinsen und schiebt dann sogleich nach, „bitte das jetzt nicht schreiben“, er will ja schliesslich nicht als Grossmaul dastehen. Sowieso ist der Finne für sein junges Alter schon mit grossen Weisheiten ausgestattet. „Nein, speziell nervös werde ich nicht sein, letztlich ist auch der Superfinal nur ein Unihockeyspiel, mit den gleichen Regeln. Es hat einfach etwas mehr Zuschauer.“

 

Das Zwischentief im Januar…
Die Worte des Finnen tönen locker, entspannt und nicht aufgesetzt. Doch auch an einem coolen Skorer prallt nicht alles ab. „Im Januar, als die Bälle einfach nicht ins Tor wollten, da hatte ich ein richtiges Tief. Dies ging sogar soweit, dass ich extrem Heimweh hatte. Wenn es dir nicht gut geht, dann brauchst du dein persönliches Umfeld, die Familie – die halt in Finnland ist. Wenn du erfolgreich bist,  du Tore erzielst, dann machst du dir kaum Gedanken“.  Wegen seiner Januar-Baisse musste er intern das Topscorer-Shirt Matthias Hofbauer überlassen. Seine 26 Tore und 38 Punkte waren dennoch ein extrem guter Quali-Wert für einen Nachwuchsspieler, der immer noch im U21- Alter steckt.
Entgegen kam Lastikka sicherlich, dass das Team auch ohne seine Tore siegreich blieb, „das Umfeld wurde dadurch nie nervös, die Trainer sprachen mir gut zu. Ich solle einfach weiter mein Spiel spielen, die Tore würden dann schon wieder kommen.“ Und in den Playoffs fielen diese wieder, gleich reihenweise. Mit 12 Toren und 12 Assists ist er mit Abstand der beste Playoff-Skorer der Liga. „ Man muss auch sehen, dass ich grossartige Mitspieler habe. Ich spiele extrem gerne mit Mendelin und Zimmi zusammen, sie haben soviel Klasse und Erfahrung, finden immer einen Weg. Und wenn dann noch Tatu Väänänen in deinem Block steht, da geht alles fast wie von alleine.“ Dennoch, 2.5 Punkte pro Spiel in den wichtigsten Partien des Jahres, das sind Werte wie sie sonst nur ganz grosse Spieler aufzuweisen haben.

 

... das Hoch an der Transferbörse
Und dass Lastikka das Talent zu einem ganz grossen Spieler hat, das haben nach dem SVWE nun auch viele andere Klubs entdeckt. „Ich habe aktuell gegen 10 Angebote aus den Ligen in Finnland und Schweden, wurde zudem für das EFT  Ende April erstmals für das finnische Nationalteam aufgeboten.“  Für Lastikka auch der Beweis, dass seine Wahl vor Jahresfrist zu Wiler zu wechseln, genau die richtige war: „Ich habe enorm profitiert von diesem Jahr beim SVWE, konnte mich in vielen Bereichen weiter entwickeln. Das Spiel 1 gegen 1 konnte ich verbessern, ich verfüge auch über mehr Speed jetzt und habe auch gelernt, wie man defensiv stehen muss.“ Trotz den vielen Angeboten und der offenen Zukunft fällt es Lastikka leicht, fokussiert auf den Superfinal zu bleiben und er fügt an: „Wir werden sehr gut vorbereitet sein. Ich hätte nie geglaubt, wie viele Details man vor so einem Spiel noch pflegen kann. Unser Staff arbeitet sehr professionell und akribisch.“ Und daran würde auch eine Finalniederlage nichts ändern, „in nur einem Spiel kann eben alle passieren, aber dass wir in 31 Saisonspielen erst einmal nach 60 Minuten verloren haben, zeigt wie gut hier gearbeitet wird.“

 

„Wiler bleibt meine Wahl 1b“
Für Lastikka ist denn auch klar, „dass der SVWE meine 1b Wahl für die nächste Saison bleibt“, will nichts anderes heissen, als dass er trotz Angeboten anderer Topklubs gerne bei Wiler bleiben würde, sollte er die Aufnahmeprüfung an die bedeutendste Sporthochschule Finnlands nicht schaffen. „Dann würde ich wohl für den dortigen Klub Hyväskylä spielen“, so Lastikka. Aufnahmeprüfung für die Sportlehrerausbildung, das tönt jetzt für einen jungen Sportler nicht eben sehr herausfordernd und demnach nach Abschied, „aber die Aufnahmekriterien dort sind brutal, es bewerben sich mehrere Hundert und pro Lehrgang werden jährlich nur 15 Kandidaten aufgenommen.“ Dabei gelte es gleich zwei Eintrittshürden zu überwinden, eine theoretische („ich verbringe meine Freizeit aktuell ausschliesslich mit Lesen von Büchern, die oft langweilig und schwer verständlich sind.“) und eine praktische.
„Wenn ich die Prüfungen im Frühsommer nicht bestehen sollte“,  dann sei ein Verbleib beim SVWE wahrscheinlich, "wenn die Verantwortlichen bereit sind, so lange auf mich zu warten“. Davon ist auszugehen, ganz sicherlich, wenn Lastikka sein Team am Superfinal gar noch zum Meistertitel schiessen sollte. Warum nicht mit einem Hattrick…

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