Matthias Hofbauer wird Rekordnationalspieler
2.11. Matthias Hofbauer wird an der Euro-Floorball-Tour in Brünn sein 100. Länderspiel absolvieren und tags darauf zu den „Unihockey-Legenden“ Mark Wolf und Tom Engel aufschliessen, welche mit je 101 Einsätzen Rekordnatispieler sind. Matthias Hofbauer findet dies cool und denkt dabei noch lange nicht ans Aufhören. „Die Heim-WM 2012 ist mein Ziel.“
Er ist das Herz des SV Wiler-Ersigen (SVWE), mit seinem Namen begann der Aufstieg des SVWE zum Liga-Dominator. Er war Torschützenkönig in der Schweiz, an der WM 2004, am Eu-ropacup 2006. Er ist Captain beim SVWE, in der Nationalmannschaft und war es auch beim schwedischen Superliga-Verein Dalen. Er stand im Allstar-Team an der Heim-WM und im Euro-pacup und war „mvp“ in der nationalen Meisterschaft. Im phänomenalen Triple-Jahr 2005 wurde er gar zum Berner Sportler des Jahres gewählt vor SCB- und NHL-Star Dany Heatley und dem damaligen YB-Publikumsliebling Stéphane Chapuisat. Kurz: An Matthias Hofbauer führt in der Schweizer Unihockeyszene kein Weg vorbei. Matthias Hofbauer ist wohl der einzige Uniho-ckeyspieler in der Schweiz, den der Durchschnitts-Sportinteressierte automatisch mit Unihockey in Verbindung bringt. Er ist der Star der Szene, vor allem aber ist er ein absoluter Führungsspie-ler, der Verantwortung nicht nur auf dem Feld übernimmt.
Ein Mann der Rekorde
Am Vierländerturnier der „grossen vier“ Unihockey-Nationen nächstes Wochenende in Brünn (Tschechien) wird der 28jährige Bätterkinder sein 100. Länderspiel bestreiten und tags darauf zu den beiden „Unihockey-Legenden“ Mark Wolf und Tom Engel aufschliessen, welche beide bei 101 Länderspieleinsätzen stehen. Er habe in letzter Zeit schon ein paar Mal daran gedacht, dass er bald in den exklusiven 100er-Klub eintreten werde: „ Und ich finde es extrem cool, sind es doch nur sehr wenige und namhafte Spieler, welche so viele Länderspieleinsätze haben.“ Er er-innert sich in diesem Zusammenhang auch gerne an seine ersten Länderspieleinsätze 1999 (Premiere gegen Schweden), die Nervosität, als er erstmals in den Kreis der Nati eintauchte und dann die Entwicklung vom Nobody zum Leistungsträger mitmachen durfte. “Dies macht mich schon ein wenig stolz, dass ich das geschafft zu habe.“ Dabei habe er von den damaligen Stars viel profitiert, in Sachen Captainamt insbesondere von Reto Weber, dem langjährigen Teamcap-tain der Schweiz und Rotweiss Chur. Längst ist der Wirtschaftsstudent
mit 122 Punkten auch der statistisch erfolgreichste Spieler im Natidress (69 Tore, 53 Assists). Einzig in Sachen Tore hat sein jüngerer Bruder Christoph mit 70 Treffern knapp die Nase vorn. „Für mich kein Problem,“ meint Matthias Hofbauer, der dies auch als Auszeichnung ansieht, „da er den einen oder andern Pass ja von mir bekommt.“
Matthias Hofbauer ist auch sonst ein Mann der Rekorde. Für Wiler-Ersigen hat er aktuell 244 Spiele absolviert und dabei 469 Skorerpunkte geholt (202 Tore / 266 Assists), was einen Wert von mehr als zwei Punkten pro Partie ergibt. Der aktuelle Rekordhalter Tom Engel steht bei 515 Skorerpunkten in allerdings 332 NLA-Spielen. Beide Rekorde dürfte Hofbauer noch brechen, ob-wohl er drei Jahre in Schweden spielte (2003/04 in Jönköping, 2007-09 in Dalen) und damit bei erst acht NLA-Saisons steht, Engel absolvierte deren 17. Matthias Hofbauer gibt sich ob all der Statistik unaufgeregt, „dass ist zwar alles schön und gut, aber Unihockey ist ein Teamsport und es zählen vor allem Titel, die sind auch viel schöner zum feiern.“ Diesbezüglich hat er gegen den einen oder anderen SVWE-Akteur gar noch Aufholbedarf, wurden der SVWE doch während sei-nen zwei Jahren in Schweden zweimal Meister. „Ich habe damit keine Probleme, bei Wiler-Ersigen wird so gut gearbeitet und hat es so viele gute Akteure, dass diese zwei Meistertitel mehr als verdient waren.“ Zudem sei es ein tolles Gefühl einen so direkten Anteil an der gewaltigen Entwicklung zu haben, welche der Verein in den letzten zehn Jahren genommen habe. „An dieser Erfolgsgeschichte mitschreiben zu können, ist schon faszinierend. “
Heim-WM 2012 als Ziel
Sollte Hofbauer von grösseren Verletzungen verschont bleiben, dann wird er alle Rekordmarken in der Nationalmannschaft und Liga toppen, denn noch bis zur WM-Saison 2012/13 läuft sein Vertrag beim fünffachen Schweizer Meister. Nicht zuletzt, weil er auch in der Nati ein Zeichen setzen wollte. „Es ist wichtig, dass unsere Führungsspieler nicht immer so früh mit Unihockey aufhören. Die Heim-WM ist für unsere Sportart extrem wichtig, deshalb war für mich immer klar, dass ich 2012 unbedingt dabei sein will.“ Verbliebe noch die obligate Frage, ob er denn nun der beste Schweizer Unihockeyspieler aller Zeiten sei. „Vergleiche mit anderen Spielern sind immer schwierig, vor allem wenn sie nicht zur gleichen Zeit aktiv sind. Aber eigentlich ist es mir eh egal.“ Ein Urteil kann tatsächlich nur schwer gefällt werden, aber Matthias Hofbauer ist sicherlich der kompletteste Schweizer Spieler aller Zeiten, mit Führungsqualitäten auf und neben dem Feld (pd).
Matthias Hofbauer. 22.05. 1981. 98 Länderspiele (122 Skorerpunkte). Viermal WM-Bronze mit der Nationalmannschaft. 244 SML-Spiele mit Wiler-Ersigen (469 Skorerpunk-te). Dreimal Schweizer Meister mit Wiler-Ersigen (2004, 2005, 2007). Europacupsieger mit Wiler-Ersigen (2005), Cupsieger mit Wiler-Ersigen (2005). WM-Topskorer 2004 in der Schweiz. Allstar-Team WM 2004, Allstar-Team-Europacup 2006. MVP Saison 2004.
Bildlegende: Matthias Hofbauer (Bildmitte, an der WM 2004 in der Schweiz), zusammen mit Bruder Christoph (rechts) und Rekord-Natispieler Tom Engel.



















