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Giftspritze November 2009

 

Von der Schweinegrippe und anderen Viren


Seit Wochen, ja Monaten hält die Schweinegrippe die Schweiz in Atem. Auch vor der Unihockeyszene machte sie nicht halt. Da musste doch tatsächlich ein Damenspiel von Piranha Chur abgesagt werden und Natitrainer „Fige“ Coray befürchtete so kurz vor der Damen-WM das totale Fiasko. Es sollen sogar Glücksschweinchen als Glücksbringer verboten worden sein. So wie es aussieht kann „Fige“ nun doch mit seinem Wunschkader nach Schweden aufbrechen.
Der Schweinegrippe-Virus ist gebannt. Doch längst hat sich ein anderer Virus bei Swissunihockey eingenistet, auf höchster ZV-Ebene sogar. Das dürre Communiqué bezüglich Ablehnung der 12er-Liga ist ein eindeutiges Krankheitssymptom. Und im Gegensatz zur verspäteten Zulassung von Impfstoffen gegen die Schweinegrippe hat swissmedic nun reagiert und ab sofort die Giftspritze zu Bekämpfung wieder frei gegeben.
So komme ich also 14 Monate nach meinem Abschied zu einem Comeback, denn es sollen schwerwiegende Angriffe auf gewisse Hirnkanäle vorliegen, die nur mit starkem Geschütz bekämpft werden können.

 

Die Vereine sind der Verband...
Die Vereine sind der Verband - immer wieder wurde man mit dieser „3-Euro-ins-Phrasenschwein-Aussage" konfrontiert. Es wurde suggeriert, die Vereine könnten doch bei allem mitbestimmen. Und schliesslich könne man als Einzelperson doch selber Einfluss nehmen und sich einbringen, in dem man als Verbandsfunktionär fungiere. Insbesondere die Nationalliga-Vereine wurden in den letzten Jahren verglichen mit anderen Sportarten über Gebühr bevormundet. Zugegeben, weil das gestellte Komitee nicht eben in der Lage war, produktive Vorschläge auszuarbeiten. Seit vergangenem Frühling ist alles anders, schien alles anders. Die Nationalliga-Vereine haben sich aufgerafft und installierten ein neues Komitee, das eine geballte Ladung von Unihockey-Kompetenz in sich birgt. Langjährige Spitzenspieler, erfolgreiche Trainer, sehr erfolgreiche Vereinspräsidenten - kurz eine Mischung, wie sie besser nicht sein könnte. Unterstützt von einem wuchtigen Mehr aller Nationalliga-Klubs hat dieses Komitee nun eine Aufstockung der SML auf 12 Teams beschlossen, oder geglaubt, es getan zu haben. Denn, so unvorstellbar es scheint: ein Regionalliga-Präsident, der noch kein einziges Strickchen in der Szene zerrissen hat, brachte - statt in den Ausstand zu treten -  den internen Entscheid einer anderen Liga zu Fall. Leider unterstützt von einem Präsidenten, welcher der NL-Präsidentenkonferenz fern blieb, statt sich der Diskussion zu stellen, um dann den Vereinen in den Rücken zu fallen. Feige könnte man dieses Verhalten auch nennen.

 

Bringt die 12er Liga denn wirklich etwas, oder ist sie kontraproduktiv für die Entwicklung des Unihockeys? Diese Frage kann niemand beantworten und sie ist in dieser Affäre auch gar nicht relevant. Es geht hier einzig und allein um die Frage, weshalb die wichtigste Liga eines Verbandes fremdbestimmt wird und nicht über ihr eigenes Schicksal entscheiden kann. Da wurde nicht nur das neue Komitee desavouiert, sondern auch die grosse Mehrheit der Nationalliga-Klubs vor den Kopf gestossen. Ein diktatorisches Gebahren, das seines gleichen sucht. Man stelle sich mal vor, Vertreter von Freimettigen und Unterlangenegg würden SC Bern und HCD vorschreiben, wie viele Teams in der NL im Eishockey spielen sollen…

 

Nochmals: Die SML kann im nächsten Jahr erneut mit 10 Teams spielen, das fällt nicht ins Gewicht, auch wenn 8er-Playoffs in einer 10er-Liga absurd sind. Das fatale am diktatorischen Entscheid ist, dass ausgerechnet vor der bedeutsamen Heim-WM 2012 die Zeichen zwischen Verbandsführung und Spitzenklubs auf Sturm stehen dürften, dabei sind doch gerade diese Klubs als Absteller der Natispieler speziell wichtig. Dies scheint man auf höchster Verbandsebene ebenso zu ignorieren, wie man scheinbar in Kauf nimmt, dass ein desavouiertes Komitee demotiviert den Bettel gleich wieder hinschmeissen könnte.

Bei soviel Gedankenlosigkeit befürchtet man bei swissmedic dem Vernehmen nach bereits, dass ein noch so starkes Serum der Giftspritze wirkungslos zu verpuffen droht, weil in besagte Hirnzellen gar nicht vorgedrungen werden kann, weil sie vielleicht gar nicht existieren könnten.