Mit einem Zu-Null-Sieg ins Halbfinale
Wird es eng, fährt er in den Tunnel
Ein Remis hätte zum Halbfinaleinzug gereicht ein klarer 4:0-Erfolg ist es geworden. Vitkovice hatte beim dritten Europacup-Gruppenspiel gegen Wiler-Ersigen keine Chance. Matthias Hofbauer hat es mit zwei Toren wieder einmal gerichtet.
michael lüthi, fredrikshavn
Er ballte die Fäuste und schrie sich die Befreiung vom Leib. Ein Lachen huschte über sein Gesicht. Es war die 26. Minute. Matthias Hofbauer prallte ein Mutti-Schuss auf den Stock und kullerte ins Tor - 2:0 für Wiler-Ersigen. Nun hätten die Tschechen schon drei Tore gebraucht, um den Halbfinal-Einzug noch sicherstellen zu können. «Dieses Tor hat mir extrem viel Aufwind gegeben. Ich dachte nur: gebt mir diesen Ball und ich mache ihn noch einmal rein», analysierte Matthias Hofbauer die Szene. Ein Mann ein Wort. Nur gerade 210 Sekunden später traf er erneut - es war die Vorentscheidung. Mendelin machte mit dem 4:0 in der 45. Minute alles klar. Das Skore hatte übrigens auch der Hofbauer-Block eröffnet. Wallgren traf auf Zuspiel von Christoph Hofbauer (13.).
Einmal mehr hat Matthias Hofbauer seine grosse Klasse demonstriert. Immer, wenn es darauf ankommt, packt er seine besten Aktionen aus. Beispiel gefällig: an der WM 2008 in Tschechien brachte er kaum etwas Zählbares zustande. Aber im Spiel um Bronze gegen Tschechien erzielte er zwei Minuten vor Schluss den 4:4-Ausgleich und rettete sein Team in die Verlängerung - diese gewannen dann die Eidgenossen. Der 28-jährige Bätterkinder ist bereits jetzt der beste Schweizer aller Zeiten. Er war schon Topskorer an der WM (2004), dem Europacup (2006) und in der Schweizer Meisterschaft.
Wieder der SSV Helsinki
«Je enger eine Partie ist, desto konzentrierter werde ich. Und solche Tore wie heute das 2:0 lassen mich in eine andere Welt kommen», versucht er zu erklären. «Ich bin dann wie in einem Tunnel.» Wenn Matthias Hofbauer also in den Tunnel einfährt, wird es für den Gegner dunkel. Mit dem klaren 4:0-Erfolg zeigte er sich zufrieden. «Wir wussten, dass wir erfahrener sind. Ausserdem haben uns wieder in Erinnerung gerufen, dass wir eine Mannschaft sind, die sich im Verlaufe eines solchen Turniers steigern kann.»
Nach 2005, 2006 und 2008 steht Wiler-Ersigen zum vierten Mal in einem Europacup-Halbfinal. Für Wiler-Keeper Daniel Streit war es der erste Europacup-Shutout. Nun kommt es heute (16 Uhr) zum zweiten Kräftemessen mit einem finnischen Team. Der SSV Helsinki wartet auf den Schweizer Meister. Es ist derselbe Gegner, den Wiler-Ersigen im letzten Jahr in Winterthur im Halbfinale ausgeschaltet hat (5:4-Sieg in der Overtime). «Vielleicht ist er gerade gut, dass wir das Vorrunden-Spiel gegen Tapanilan Erä verloren haben. So bleiben wir auf dem Boden», sagte Matthias Hofbauer und ergänzte: «Wir müssen gegen Helsinki noch cleverer spielen als gegen Vitkovice.»
Wiler-Ersigen - Vitkovice 4:0 (1:0, 2:0, 1:0)
Arena Nord. 450 Zuschauer. - SR Boström/Hammerin. - Tore: 13. Wallgren (C. Hofbauer) 1:0. 26. M. Hofbauer (Mutti) 2:0. 29. M. Hofbauer (Wallgren) 3:0. 45. Mendelin (Krähenbühl) 4:0. - Strafen: 5mal 2 Minuten gegen Wiler-Ersigen, 1mal 2 Minuten gegen Vitkovice.
Wiler-Ersigen: Streit; Schneeberger, Bieber; Flury, Wallgren; Hirschi, Balmer; Mendelin, Gerber, Krähenbühl; C. Hofbauer, M. Hofbauer, Mutti; Wittwer, Mäkipää, Zürcher.
Vitkovice: M. Suchanek; Brus, Jelinek; Kolos, P. Suchanek; Juhanak, Tomasik, Tokos; Hruby, Topek, Jankular; Mustakallio, Lehtinen, Vladar.
Bemerkungen: Wiler-Ersigen ohne Thorsell, Berger und Eggs (alle verletzt). 51:07 Time-out Vitkovice.


















