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Das dicke Ende kam buchstäblich kurz vor Schluss

Streits Probleme beim Lesen

Erster Taucher für Wiler-Ersigen beim Europacup im dänischen Fredrikshavn. Tapanilan Erä hatte das Glück und vor allem Lauri Kapanen (vier Tore) auf seiner Seite und siegte mit 6:5. Nun kommt es heute gegen Vitkovice zum Showdown um den Halbfinaleinzug.



michael lüthi, fredrikshavn

 

Die Uhr zeigte 59:29 an. Wiler-Ersigen wechselte zu langsam. Ein schnell ausgeführter Freistoss von Tapanilan Erä und Kapanen traf zum 6:5-Enstand. Die Berner waren am Boden, haben aber mit dem Klub aus dem Weltmeisterland auf Augehöhe getanzt. Die Finnen sind wahre Künstler mit Stock und Ball. Blitzschnell und technisch sauber trugen sie ihre Angriffe vor. Allen voran ihr Goalgetter Lauri Kapanen. Der 24-jährige Stürmer schoss vier Tore und Wiler damit praktisch im Alleingang ab. Er erzielte in der finnischen Meisterschaft (vier Spiele) und zwei Europacup-Partien bereits sagenhafte 17 Treffer. Nur gerade 15 Minuten nach Spielschluss war er bereits nicht mehr im Stadion- Interview Fehlanzeige. So schnell wie er schiesst, verschwindet er also auch.

 


«Haben gelernt sofort abzuschalten»
Wenig Freude an Lauri Kapanen hatte auch Daniel Streit im Wiler-Tor. Viermal lässt sich keiner gerne vom gleichen Spieler bezwingen. «Ich konnte seine Schüsse nicht lesen. Es war absolut nicht zu erkennen, wo er hinschiesst», sagte Streit. Der Mann aus Grafenried machte seine Sache gut, aber gegen die wieselflinken Skandinavier war er oft machtlos. «Sie haben viele Querpässe gespielt und dann direkt flach geschossen- für einen Goalie das Unangenehmste», sagte er und fügte an: «Die verfügen über sehr viel Tempo und gute Tricks.»

Die Berger-Truppe hielt in der engen Partie aber äusserst gut mit. Am Ende wäre auch ein Berner-Jubel verdient gewesen. Wiler beging zwei Fehler zu viel. Und als Wittwer und Gerber in der 23. Minute mit einem Doppelschlag für die erstmalige Führung (3:2) besorgt waren, verpassten es die Emmentaler noch einen draufzusetzen. Christoph Hofbauer hatte in der 52. Minute das 6:5 auf dem Stock, schoss aber knapp übers Tor. Gegen ein solches Weltklasse-Team muss jeder Spieler in Topform sein, sonst bleiben am Ende nur hängende Köpfe. So tief hingen diese aber gar nicht. «Wir haben gelernt, dass man bei solchen Turnieren sofort abschalten muss. Keiner hat nach dem Verlassen der Garderobe gemeckert», sagte Daniel Streit.


Für Wiler-Ersigen war Tapanilan Erä der erste richtige Gradmesser der Saison. «Das ist eine andere Welt als in der Schweizer Meisterschaft», hat Streit festgestellt. Heute kommt es gegen Vitkovice (Tsch) zum grossen Showdown um den Halbfinaleinzug. Wiler genügt ein Remis. «Die Tschechen sind unerfahren. Wir müssen ihnen gleich von Anfang an den Tarif bekannt geben. Dann sollte es reichen», sagte Wiler-Sportchef Marcel Siegenthaler.



Wiler-Ersigen - Tapanilan Erä 5:6 (1:1, 2:3, 2:2)
Arena Nord, Frederikshavn (DEN) - 300 Zuschauer. SR: Rasbrink / Grahn-Gustavsson (SWE)
Tore: 5. Kapanen (Laitila/Ausschluss Gerber) 0:1. 12. Mäkipää (Zürcher) 1:1. 21. (20:20) Kapanen (Kukkola) 1:2. 23. (22:02) Wittwer (Zürcher) 2:2. 23. (22:49) Gerber 3:2. 32. Kapanen (Kukkola) 3:3. 34. Helenius (Laitila) 3:4. 41. (41:00) Flury (M. Hofbauer/Ausschluss Kukkola) 4:4. 47. Krähenbühl (Schneeberger/Ausschlüsse Helenius; Flury) 5:4. 49. Helenius (Laitila/Ausschluss Flury) 5:5. 60. (59:29) Kapanen (Kukkola) 5:6.
Strafen: je 3mal 2 Minuten.
Wiler-Ersigen: Streit; Bieber, Schneeberger; Flury, Wallgren; Hirschi, Balmer; Krähenbühl, Gerber, Mendelin; C. Hofbauer, M. Hofbauer, Mutti; Wittwer, Mäkipää, Zürcher
Tapanlian Erä: Naumanen; Kosola, Aro; Ahonen, Lehtinen; L. Lehtonen, Riihelä; H. Lehtonen, Helenius, Laitila; Rissanen, Kapanen, Kukkola; Moilanen, Huhtimo, Strömsten
Bemerkungen: Wiler-Ersigen ohne Berger, Eggs und Thorsell (alle verletzt); 59:29 Time-out Wiler-Ersigen; Ab 59:29 - 60:00 Wiler-Ersigen ohne Torhüter, dafür mit sechs Feldspielern