Playoff-Halbfinal, Spiel 1: Wiler-Ersigen - Tigers Langnau 7:1
Den handzahmen Tiger ein erstes Mal erlegt
Nach Startschwierigkeiten zündete Wiler-Ersigen den Turbo. Die Tiger blieben handzahm, lahm und am Ende ohne jede Chance. Wiler-Ersigens Unihockeyaner gewinnen Halbfinal-Auftakt gegen Langnau gleich mit 7:1.
michael lüthi/Mittellandzeitung
«Viel spricht er nicht, Lärm treibt er nicht; aber wo er einmal Hand anlegt, da lässt er nicht ab, bis alles in der Ordnung ist, und wenn er einmal losbricht, so wahre man seine Glieder!» Das sagte einst der berühmte Dichter und Schriftsteller Jeremias Gotthelf über den Emmentaler. Losgebrochen ist gestern Abend im Emmentaler Derby nur Wiler-Ersigen.
Allen voran die dritte Linie. Sie zähmte den Tiger, zog ihm die Zähne. Mutti, Mäkipää und Zürcher zeigten einmal mehr, dass sie ihr Handwerk beherrschen. Mit harter Arbeit, gepaart mit spielerischer Klasse kamen sie zum Erfolg. Drei der sieben Tore erzielte dieses Trio. Und weil sich im Verlaufe des Spiels auch der Rest der Mannschaft steigerte, verkam der Auftakt zu einer ganz einseitigen Angelegenheit.
Dabei hatte es am Anfang der Partie ganz anders ausgesehen. Die Langnauer powerten. Die Offensiv-Raketen Stucki und Zalesny fuhren hartes Geschütz auf. Und Weitschuss-Spezialist Markus Gerber drosch munter drauf. In den ersten 15 Minuten traf dieses Trio gleich viermal nur die Torumrandung. Das war der Untergang der Gäste. Muttis 1:0 in der 14. Minute sorgte beim Serienmeister für die Befreiung. Einmal mehr holte der Mümliswiler in den Playoffs die Kohlen aus dem Feuer. Er, der Playoff-Spezialist, der Mann für die Nervenspiele. Mit dem 3:0, 20 Sekunden vor der zweiten Pause, erlegte er den Tiger gleich selbst.
«Wir haben Glück gehabt»
Verwundet versuchte dieser im Schlussdrittel nochmals zu kontern. Daraus wurde nichts. Wiler erhöhte bis zur 47. Minute auf 6:0. Ein perfekter Auftakt für die Berger-Truppe. Die umkämpfte Viertelfinal-Serie mit Grünenmatt hat den Champion gross gemacht. Phasenweise spielte der Meister wie aus einem Guss und unterstrich einmal mehr, dass der Titel nur über ihn führen kann. Die Langnauer dürften aber nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte gewesen sein. Nach dem Cupsieg am letzten Samstag soll die Feier bis in die frühen Morgenstunden gedauert haben...
Michael Zürcher war am Ende mit drei Assists bester Punktesammler beim Sieger. «Wir haben bei den Pfostenschüssen viel Glück gehabt. Das hätte auch anders herauskommen können», sagte er und fügte an: «Es war eher Glück, dass wir dann 1:0 in Führung gingen. Das hat sie geknickt.» Dieser Sieg bedeute für den weiteren Verlauf der Serie nichts. «Es steht 1:0, mehr nicht.» Der Tiger ist vorerst gezähmt. Aber Langnauer sind auch Emmentaler und die können (zu)beissen.
Wiler-Ersigen - Tigers Langnau 7:1 (1:0, 2:0, 4:1)
Grossmatt Kirchberg. - 905 Zuschauer. - SR Erhard/Renz. - Tore: 14. Mutti (Zürcher) 1:0. 32. Flury (M. Hofbauer/Ausschluss Zalesny) 2:0. 40. (39:40) Mutti (Zürcher) 3:0. 44. (43:02) Krähenbühl (R. Gerber) 4:0. 45. (44:22) Mäkipää (Zürcher) 5:0. 47. Mendelin 6:0. 53. M. Hofbauer (C. Hofbauer) 7:0. 60. (59:21) Langenegger (Rindlisbacher) 7:1. - Strafen: 1mal 2 Minuten gegen Wiler, 2mal 2 Minuten gegen Tigers.
Wiler-Ersigen: Streit; Bieber, Flury; Hirschi, Wallgren; Schneeberger, Garnier; Krähenbühl, R. Gerber, Wittwer; Mendelin, M. Hofbauer, C. Hofbauer; Zürcher, Mäkipää, Mutti, Fankhauser, Steffen.
Tigers Langnau: P. Gerber; Rindlisbacher, M. Gerber; Wyss, Dysli; Held Stefan Siegenthaler; Zalesny, Stucki, Lüthi; Mühlethaler, Oilinki, M.-O. Gerber; Liechti, Steve Siegenthaler, Burkhalter; Langenegger.
Bemerkungen: Wiler ohne Thorsell und Berger (beide verletzt). Pfostenschüsse: 4. M. Gerber, 6. Stucki, 9. M. Gerber, 15. Zalesny.





















