6. Runde: SVWE - Malans 11:4
Wiler-Ersigen zelebriert höchste Unihockeykunst
Berner dominieren NLA-Tabellenführer aus Malans nach Belieben - und siegen mit 11:4.
Kaum vom Europacup-Finalturnier in Dänemark zurück, wurde Wiler-Ersigen gestern auf der Schweizer Unihockey-Bühne gefordert. Hätte man meinen können. Das Schlussresultat von 11:4 spricht eine überdeutliche Sprache. Bereits heute bekommen die Malanser im Cup die Chance zur Revanche.
4
Cyrill Kammermann / Mittellandzeitung
Mit viel Spannung wurde er erwartet: Der NLA-Spitzenkampf zwischen dem Schweizer Meister Wiler-Ersigen und seinem ewigen Konkurrenten Malans. Keinen einzigen Punkt hatten die beiden Kontrahenten bisher abgegeben – nach immerhin sechs gespielten Runden. Seit März (Malans) respektive April (Wiler-Ersigen) wahren sie ihre Ungeschlagenheit in der regulären Meisterschaft. Wühlt man etwas tiefer in der Statistik, bemerkt man jedoch: Die sieben letzten Meisterschaftsspiele gegen die «Alligatoren» konnte der Szenedominator der vergangenen Jahre allesamt für sich entscheiden. Obwohl das Europacup-Programm mit fünf Spielen in einer Woche kräfteraubend war, gab sich SVWE-Trainer Thomas Berger im Vorfeld der Partie zuversichtlich: «Wir freuen uns auf diese Herausforderung.» Es sei reine Einstellungssache, so der der Topskorer von Wiler-Ersigen, Christoph Hofbauer (26).
Weichenstellung für Wiler-Ersigen
Lautstark hatte der finnische Weltmeister-Trainer Petteri Nykky die Gäste aus Malans, die erstmals wieder auf die Dienste von Adrian Capatt zählen konnten, auf das anstehende Gefecht eingestimmt. Die Platzherren des SV Wiler-Ersigen stiegen wie entfesselt in die Partie - es schien, als hätte der fünffache Europacup-Teilnehmer den Schwung aus dem Spiel gegen Lekrings (13:2-Kantersieg) konservieren können. Bereits in der vierten Minute wuchtete Verteidiger Thomas Bieber den weissen Kunststoffball zur 1:0-Führung für die Gastgeber in die Maschen. In der Folge schalteten die Bündner einen Gang höher, scheiterten aber (vorerst) immer wieder aus bester Abschlussposition am hervorragend parierenden Wiler Schlussmann. Nach dem verdienten Ausgleichstreffer der Malanser erhöhte Wiler-Ersigen innerhalb von lediglich fünf Minuten eiskalt auf 4:1. Die Vorentscheidung schien gefallen.
17 Sekunden für drei Treffer
Im zweiten Drittel waren die Berner die klar spielbestimmende Mannschaft. Was nun folgte, war eine Demonstration höchster Unihockeykunst. Mit blitzschnellen Steilpässen und druckvollem Flügelspiel brachte die Berger-Truppe die Bündner Equipe in grobe Bedrängnis - und erzielte weitere Tore zum 7:2. Die Gäste waren zu keinem Zeitpunkt zu einer Reaktion fähig. Innerhalb von 17 Sekunden erhöhten Philipp Fankhauser und Reto Balmer für Wiler-Ersigen sowie Martin Ostransky für Malans das Skore auf 8:3. Ausser Verteidigungsarbeit bekamen die rund 700 Zuschauer im Zuchwiler Sportzentrum nur noch wenig bis gar nichts mehr von den Bündnern zu sehen. Die logische Konsequenz: Die Berger-Truppe produzierte weitere Treffer, gleich deren drei - und reüssierte schliesslich, in dieser Höhe absolut verdient, mit 11:4. «Unsere Chancenauswertung war hervorragend», bilanzierte ein sichtlich erleichterter Matthias Hofbauer in der Garderobe und fügte bescheiden an: «Nach dem ersten Drittel hätte es geradezu auch 4:4 stehen können. Dann hätte das Spiel vielleicht einen anderen Verlauf genommmen.»
Malans möchte Revanche
Bereits im heutigen Cup-Achtelfinalspiel in Maienfeld erhalten die Bündner die Möglichkeit, sich gegen den neuen Tabellenführer SV Wiler-Ersigen zu revanchieren. «Wir werden die Malanser nicht unterschätzen, dafür sind sie zu unberechenbar und haben es in der Vergangenheit schon oft geschafft, sich innerhalb kurzer Zeit enorm zu steigern», so der 28-jährige Hofbauer, der gestern als bester Spieler seines Teams ausgezeichnet wurde. Gleichzeitig bekennt Hofbauer jedoch: «Mit dem Erfolgserlebnis im Hinterkopf, stehen unsere Chancen auf einen weiteren Sieg gut. Aber wir müssen defensiv noch konsequenter agieren.» Auch den Malansern dürfte klar sein: Treten die Berner nur annähernd so souverän auf wie gestern, wird wohl auch das erneute Aufeinandertreffen der beiden langjährigen Konkurrenten zu einem ungleichen Kampf mutieren.
Wiler-Ersigen – Malans 11:4 (4:1, 3:1, 4:2)
Sportzentrum, Zuchwil. – 675 Zuschauer. - SR Baumgartner/Kläsi. - Tore: 4. Bieber (Gerber) 1:0. 11. Eberhard (Ostransky) 1:1. 14. Wittwer (Zürcher) 2:1. 16. Bieber (ET Malans) 3:1. 19. Makipää (Zürcher) 4:1. 26. M. Hofbauer (Mutti) 5:1. 30. Lüthi (Wyder) 5:2. 36. Krähenbühl (M. Hofbauer) 6:2. 39. C. Hofbauer (M. Hofbauer) 7:2. 43. (42:29) Fankhauser (Zürcher) 8:2. 43. (42:34) Ostransky (Jussila) 8:3. 43. (42:46) Balmer (M. Hofbauer) 9:3. 49. Jussila 9:4. 52. M. Hofbauer (C. Hofbauer) 10:4. 55. Mutti (C. Hofbauer) 11:4. - Strafen: je 2-mal 2 Minuten.
Wiler-Ersigen: Haab, Bieber, Wallgren, Flury, Mäkipää, Gerber, Wittwer, Mutti, C. Hofbauer, Thorsell, M. Hofbauer, Krähenbühl, Balmer, Fankhauser, Hirschi, Schneeberger, Mendelin, Zürcher.
Malans: Hitz (ab 52. Nykky), Joss, Wyder, Capatt, Adank, Pfiffner, Eberhard, Riederer, Brunner, Dominioni, Vetsch, Ostransky, Lüthi, Schwarz, Jussila, Grass, Weber, Kläger, Lutz.
Bemerkungen: Wiler ohne die verletzten Thorsell, Berger und Eggs. Ab 12. ohne Flury, ab 40. ohne Bieber (beide verletzt)



















