Alter Bekannter, nichts Neues
Wiler-Ersigen spielte im Prestigeduell gegen Alligator Malans zuerst ganz gross auf, fiel dann in ein Tief, brachte die drei Punkte aber dennoch ins Trockene und gewann 5:3.
von michael lüthi/Mittellandzeitung
Es war Duell der beiden vierfachen Schweizer Meister. Wiler-Ersigen gelangen diese Titel in den letzten fünf Jahren. Malans wurde 1997, 1999, 2002 und zuletzt 2006 Champion. Seit dem letzten Titelgewinn sind die Bündner aber nur noch Mittelmass. Und Wiler-Ersigen schwebt seit Jahren auf der Erfolgswelle. Die Malanser vermögen aber gegen die Emmentaler meist ihre beste Leistung abzurufen. So haben die Alligatoren in den letzten zwei Jahren beide Quali-Spiele bei Wiler gewonnen. Und auch gestern war der Aussenseiter wieder nahe dran. Aber Wiler-Ersigen holte sich im sechsten Saisonspiel den fünften Sieg und bleibt weiterhin ungeschlagen Leader.
Was anfänglich nach einem Spaziergang für das Heimteam aussah, wurde für Wiler-Ersigen am Schluss noch zum Zitterspiel. Ganz gross spielte der Europacup-Zweite zu Beginn der Partie auf. Auch der Gegentreffer nach bloss 38 Sekunden durch Joss, brachte den Titelverteidiger nicht aus dem Konzept. Symbolisch eine Szene aus der sechsten Minute: Wiler-Verteidiger Thorsell rannte in Unterzahl 30 Sekunden lang wie von der Tarantel gestochen übers Feld - bremsen konnte ihn kein Malanser. Wiler liess den Ball zirkulieren, praktizierte das gefürchtete Tempo-Unihockey. Nach dem kleinen Start-Schock spielte nur noch ein Team. Zimmermann (3./16.), Mendelin (10.) und Vänttinen (15.) waren für die Tore besorgt.
Erst Nonchalane, dann Müdigkeit
Nach dem Startdrittel steckte im Wiler-Spiel plötzlich der Wurm drin. Nach vorne ging nicht mehr viel. Die Emmentaler bauten offensiv massiv ab, kamen praktisch zu keiner Torchance, während Malans etwas besser in die Gänge kam. Capatt erzielte in der 29. den zweiten Treffer für die Gäste. Wiler spielte irgendwie zu nonchalant, beging zu viele Abspielfehler. Die Offensiv-Leistungsträger wie Vänttinen oder Gerber agierten glücklos. Ein katastrophales Zuspiel Jungos, direkt auf die Schaufel von Dominioni, ermöglichte diesem in der 48. Minute das 3:4. Aber die Gastgeber fingen sich wieder etwas und vor allem Zürcher vermochte dem Team nochmal die nötigen Impulse zu geben. Er war es schliesslich, der 74 Sekunden vor dem Ende der Partie, sein Team ins Glück schoss.
An der Bande des Schweizer Meisters stand mit Bruno Berchtold ein alter Bekannter. Auf dem Feld gab es deswegen aber nichts Neues. Weil Headcoach Thomas Berger mit der U19-Nationalmannschaft unterwegs ist, sprang der langjährige Berger-Assistent kurzerhand ein. «Ich war vor der Partie in zwei Trainings dabei und kenne Bergers Philosophie bestens. Von daher war es kein Problem», sagte Bruno Berchtold. Ausgelaugt sei er, «das hat mich heute recht geschlaucht». Für Berchtold war die Partie gegen Malans bereits das zweite Kurz-Comeback, nachdem er bereits in der ersten Runde des Cups Berger vertrat.
«Es ging uns am Anfang fast zu einfach. Ab dem zweiten Drittel hatten wir zu wenige Abschlüsse und den Ball zu leicht verloren», erklärte der kurzzeitige Coach. Aber am Schluss habe das Team die Partie clever nach Hause gebracht. «Die Spieler schienen mir nach den Strapazen der letzten Wochen doch ziemlich müde. Aber Torhüter Pascal Haab hat uns mit tollen Paraden den Sieg gesichert.»
Wiler-Ersigen - Alligator Malans 5:3 (4:1, 0:1, 1:1)
Sportzentrum Zuchwil. - 630 Zuschauer. - SR Baumgartner/Kläsi. - Tore: 1. (00:38) Joss (Ostransky) 0:1. 3. Zimmermann (Krähenbühl) 1:1. 10. Mendelin (Vänttinen) 2:1. 15. (14:50) Vänttinen (Thorsell) 3:1. 16. (15:49) Zimmermann (Krähenbühl) 4:1. 29. Capatt (Eriksson) 4:2. 48. Dominioni (Ausschlüsse Wallgren; Capatt) 4:3. 59. Zürcher 5:3 (ins leere Tor). - Strafen: 4-mal 2 Minuten gegen Wiler-Ersigen, 3-mal 2 Minuten gegen Alligator Malans.
Wiler-Ersigen: Haab; Thorsell, Bichsel; Wallgren, Jungo; Berger, Bieber; Mendelin, Gerber, Vänttinen; Zimmermann, Balmer, Krähenbühl; Wittwer, Zeller, Mutti; Zürcher.
Alligator Malans: Tönz; Joss, M. Riederer; Eberhard, Pfiffner; Weber, Ostransky, Dominioni; Eriksson, Capatt, Anderson; Lüthi, Ruof, P. Riederer.
Bemerkungen: 9. Pfostenschuss Zürcher. 57:56 Time-out Alligator Malans. Ab 57:56 bis 58:46 und 59:43 bis 60:00 Malans ohne Torhüter, dafür mit sechs Feldspielern.


















