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«Langwiler» - immer das gleiche Szenario


Gerber, Rogier

Wiler-Ersigen, eine Mannschaft der Superlative. Der sechste Qualifikationssieg in Serie ist Tatsache, die 12. Playoff-Teilnahme in Folge in der Tasche. Uster wurde zum Quali-Abschluss mit 8:4 besiegt.


michael lüthi/Mittellandzeitung

 

Siege sind für Wiler-Ersigen in der Schweizer Meisterschaft Alltag - bei einer Niederlage wird bereits von einer Krise gesprochen. In den 18 Qualifikationspartien gabs nur eine Niederlage (4:8 gegen die Tigers) und ein Remis (4:4 gegen Rychenberg), ansonsten hielt sich der Dominator der Szene schadlos. Der verdiente Lohn: sechster Qualifikationssieg in Serie. In den 108 Partien in dieser Phase gab es lediglich 13 Niederlagen und insgesamt 60 Punkte mehr als für Alligator Malans, das zweitbeste Team dieser Statistik. Und auch die 12. Playoff-Teilnahme in Folge ist bereits vor der Finalrunde gesichert.

 

18 Partien, 49 Punkte. Der zweitbeste Wert in den letzten sechs Jahren. Nur in der Saison 2004/05 holten die Berner noch einen Punkt mehr. Langeweile in der Königsklasse. Wiler wird zu «Langwiler». «Siegen ist nie langweilig. Das merkt man erst, wenn man wieder öfters verliert. So wie dies zum Beispiel bei Roger Federer der Fall ist», sagt Wiler-Ersigens Sportchef Marcel Siegenthaler dazu.

Das Team ist nach den dominanten Auftritten im nationalen Championat - viermal Meister in den letzten fünf Jahren - immer noch hungrig. Mit einer eindrücklichen Leistung hat Wiler-Ersigen das Qualifikations-Pensum runtergespult. Und dies trotz den zusätzlichen Belastungen mit Europacup und Weltmeisterschaft. Es war eine Demonstration der Mannschaft, es ist das breite Kader, das starke Kollektiv, das diese Equipe unschlagbar macht. Dennoch gilt es einige Spieler herauszuheben. Allen voran Patrick Mendelin. Der 21-jährige Stürmer ist der Shooting-Star der Saison. Mit 40 Skorerpunkten (24 Tore/16 Assists) hat er bereits doppelt so viele Punkte wie im Vorjahr gesammelt. Der finnische Rückkehrer Lassi Vänttinen ist Topskorer des Teams (24 Tore/22 Assists). Dieses «Atom»-Duo bringt jede gegnerische Abwehr ins Zittern. Ohne zu zögern, schnörkellos versorgen sie die Bälle im Tor.

 

 

«Der Kick sind für uns Siege»
Ein Gewinn für die Mannschaft ist auch Neo-Goalie Pascal Haab (22). Wegen einer Knieverletzung von Stammkeeper Daniel Streit durfte er in der Quali 13-mal ran. Der Zürcher blieb ungeschlagen, war seinem Team ein sicherer Rückhalt. Oder Stürmer Tobias Zeller, aus Basel zu Wiler gekommen. Er ist bereits nach der Quali Stammspieler. So schnell hat sich unter Trainer Thomas Berger noch nie ein Akteur etabliert. In 14 Partien hat er schon sieben Tore erzielt.

Zum Qualiabschluss kam gestern der UHC Uster nach Zuchwil - die Schiessbuden-Figur der Liga. Nach einem Sieg zum Saisonauftakt, hagelte es für die Zürcher 16 Niederlagen in Serie. Die 17. gabs gegen Wiler-Ersigen. Die Gäste hielten besser mit als erwartet. Wiler spielte verhalten, erfüllte nur die Pflicht. In der 53. Minute, die Berner wurden immer nachlässiger, verkürzte Vizzini auf 4:6. Unerwartet kam gar noch etwas Spannung auf. Wallgren (57.) und Zürcher (59.) zerstörten aber sämtliche Hoffnungen des Schlusslichts.

Wiler-Ersigens Trainer Thomas Berger zeigte sich nach dem Spiel erstaunt: «Gegen so ein Team muss mehr möglich sein. Es ist schade, wenn einige Akteure nicht das Letzte geben.» Die Qualifikations-Bilanz des Headcoachs fällt aber positiv aus. Er sei insgesamt sehr zufrieden, «diese Punkteausbeute entspricht unserem Level». Als langweilig empfindet der Bündner die Siegesserie seines Teams nicht. «Der Kick für uns sind nach wie vor das Siegen.» Jetzt geht es in die Finalrunde. Bergers Vorgabe: «Entwicklung bis zur allerbesten Performance.»

 

Wiler-Ersigen - Uster 8:4 (3:1, 2:1, 3:2)
Sportzentrum Zuchwil. - 385 Zuschauer (Saisonminusrekord). - SR Bösch/Schwarz. - Tore: 5. Vänttinen (Bichsel) 1:0. 10. Bohli (Vizzini) 1:1. 17. (16:28) Thorsell (Vänttinen/Ausschlüsse Silvola, Vizzini) 2:1. 17. (16:44) Mendelin (Zürcher/Ausschluss Vizzini) 3:1. 22. Mendelin (Vänttinen) 4:1. 32. Kyburz 4:2. 34. Wittwer (Bieber) 5:2. 43. Jungo (Mutti) 6:2. 46. Vizzini (Klotz) 6:3. 53. Vizzini (Klotz) 6:4. 57. Wallgren (Ramseier) 7:4. 59. Zürcher (Mendelin/Ausschluss Hänggi) 8:4. - Strafen: 1-mal 2 Minuten gegen Wiler, 4-mal 2 Minuten gegen Uster.
Wiler-Ersigen: Haab; Bichsel, Thorsell; Eggs, Wallgren; Jungo, Bieber; Hänggi, Hirschi; Mendelin, Mäkipää, Vänttinen; Zürcher, Balmer, Zimmermann; Wittwer, Zeller, Mutti; Ramseier.
Uster: Bieri; Hänggi, Binkert; Krienbühl, Bohli; Züger, Troxler, Hürlimann; Klotz, Silvola, Vizzini; Bolliger, Kyburz, Jaggi.
Bemerkungen: Wiler ohne Gerber, Berger  und Krähenbühl (alle verletzt).